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Neue Projekte des NRW-Verfassungsschutzes

Kampf gegen extremen Salafismus beginnt bereits in der Schule

6. Dezember 2016 | 09:30 | red
Bild: Köln Nachrichten

Junge Menschen in der Schule gegen Radikalisierung stark machen. Nun hat auch der NRW-Verfassungsschutz Projekte dazu auf den Weg gebracht. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz will sich aktiver in der Präventionsarbeit engagieren. Mit neuen Projekten für Schule und Jugendarbeit soll der Nachwuchs davor bewahrt werden, sich von Islamisten radikalisieren und instrumentalisieren zu lassen.

Wie das zuständige Landesinnenministerium am heutigen Montag berichtete, haben die Verfassungsschützer nun ihre Projektideen vorgestellt, die sie gemeinsam mit dem Schulministerium ausgearbeitet haben. Bei der Salafismus-Prävention sollen unter anderem ein Theaterstück, Lesungen und ein Comic-Workshop helfen. Zu Wochenbeginn haben NRW-Innenminister Ralf Jäger und Ludwig Hecke,Staatssekretär im Schulministerium, Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften sowie Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern das neue Angebot vorgesestellt.

Der extremistische Salafismus stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Gerade Kinder und Jugendliche werden zum Ziel dieser pseudoreligiösen Missionare“, betonte Minister Jäger. „Extremismusprävention ist eine wichtige Aufgabe von Schule – innerhalb und außerhalb des Unterrichts. Wir wollen junge Menschen stark machen und setzen dabei auf das Engagement aller am Schulleben beteiligten Akteure“, ergänzte Hecke.

Zunächst aber geht es vor allem darum, Zugang zu den Köpfen der nachwachsenden Generation zu finden und sie dabei über die Gefahren aufzuklären, die mit einer Radikalisierung verbunden ist. Ein wichtiger Baustein des Konzeptes ist das Theaterstück „Dschihad One Way“. Das Stück des Jungen Theaters in Hof und beruht auf einem realen Fall. Es zeichnet den Weg eines jungen Konvertiten nach, der sich radikalisiert und schließlich als Dschihad-Kämpfer in den „Heiligen Krieg“ zieht.

Das Stück liefert keine einfachen Antworten“, betonte der Autor des Stücks, Bernd Plöger. Es werfe Fragen auf. Und die werden nach der Vorstellung mit dem Publikum diskutiert. In „Dschihad Calling“, einem aufklärerischen Jugend-Roman von Christian Linker, fühlt sich der Protagonist vom salafistischen Gedankengut angezogen und steht irgendwann vor der Frage, ob er nach Syrien ausreisen soll. „Die Geschichte ist einfühlsam erzählt und nie belehrend. Trotzdem wird eine klare Haltung deutlich“, lobte Minister Jäger. Hier hier soll eine Diskussion angeregt werden.

Neu sind außerdem Autorenlesungen mit Benno Köpfer und Peter Mathews. Die Autoren haben mit „Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten“ ebenfalls einen kenntnisreichen und eindrücklichen Jugend-Roman über die Radikalisierung unter Heranwachsenden geschrieben. Der Illustrator Peter Schaaff bietet Comic-Workshops, bei denen Jugendliche selbst kreativ werden können, so das Ministerium weiter.

Weitere Informationen dazu finden sie auch im Internet unter: www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/salafismus-praevention.

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