Adnet
Schaltplatz
Kölner „Wasserschule“ feiert ihren 5. Geburtstag

Dem sauberen Wasser auf der Spur

23. März 2016 | 08:00 | ehu
Ein kleiner blauer Lurch ist das Maskottchen der Kölner "Wasserschule", die jetzt fünf Jahre alt wurde. Foto: ehu

Ein kleiner blauer Lurch ist das Maskottchen der Kölner „Wasserschule“, die jetzt fünf Jahre alt wurde. Foto: ehu

1992 erklärte die UN den 22. März zum „Weltwassertag“. In diesem Jahr ist er auch der fünfte Geburtstag der Kölner „Wasserschule“. Das Jubiläum wurde am Dienstag auf der „Jan von Werth“ gefeiert – mit Kindern der OGS Dellbrück, den Gründungsorganisationen und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes.

Gegründet wurde die Wasserschule von Kölns Trinkwasserversorger Rheinenergie AG, dem Stadtentwässerungsbetrieb (Steb) – zuständig für die Klärung der Abwässer und den Hochwasserschutz – und dem gemeinnützigen Wasserforum e.V., zu dem sich zahlreiche Unternehmen, Verbände und Privatpersonen zusammengeschlossen haben. Ziel ist, Kindern und Jugendlichen „spielerisch und erlebnisorientiert einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit unserem wichtigsten Lebensmittel“ zu vermitteln, so Rheinenergie-Vorstand Achim Südmeier.

Für uns ist sauberes Wasser eine Selbstverständlichkeit“, mahnte Steb-Vorstandschef Otto Schaaf. Doch weltweit hätten 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser, eine Millarde Menschen müssten ohne sanitäre Anlagen auskommen.

Eine Erfolgsgeschichte“: 25.000 Kinder besuchten bis jetzt die Wasserschule

Gemeinsam geht's besser: Zwei Schüler der OGS Dellbrück bereiten ein Experiment mit Wasser vor – da heißt es, genau messen. Foto: ehu

Gemeinsam geht’s besser: Zwei Schüler der OGS Dellbrück bereiten ein Experiment mit Wasser vor – da heißt es, genau messen. Foto: ehu

In den fünf Jahren ihres Bestehens besuchten rund 25.000 Kinder aller Altersstufen und aller Schulformen, Kitas inklusive, die angebotenen Kurse. „Ein Erfolgsmodell“, bilanzierte Elke Schlepütz, Geschäftsführerein vom Wasserforum. Es gibt enge Kooperationen mit der Uni, der TH oder dem Girl’s Day. „Schulorte“ sind die „Villa Öki“ auf dem Gelände der Kläranlage in Stammheim und das Wasserwerk in Westhoven, wo sie die Anlagen zur Trinkwassergewinnung besichtigen können. Lehrpfade illustrieren den Kreislauf des Wassers. Am Pulheimer Bach und an der Strunde können sich die Kinder zu „Bachreportern“ qualifizieren.

Am wichtigsten aber ist, dass die Kinder selber experimentieren können. Der siebenjährige Simon etwa testet gerade aus, ob Sand oder Erdboden Wasser besser speichern. Andere entdecken gerade das Kapillarsystem: Erst haben sie eine Blüte aus Papier ausgeschnitten, die liegt jetzt auf einem feuchten Tuch – und blüht langsam auf. Neugierig testen die Kinder Geschmack und Geruch von Wasser oder staunen, wie Filterkohle dreckiges Wasser wieder sauber macht.

Ehemalige Lehrerin freut sich immer noch über die Aha-Erlebnisse der Kinder

Die Teilnahmegebühr von zwei Euro pro Kind deckt natürlich nicht die Kosten. Zum Jahresetat der Wasserschule in Höhe von 120.000 Euro tragen Rheinenergie und Steb jeweils 40 Prozent bei, den Rest das Wasserforum, das sich durch Mitgliedsbeitrage und Spenden trägt. Von dem Geld können eine Leiterin und acht Honorarkräfte bezahlt werden. Eine von ihnen ist Doris Uelner. 73 Jahre ist sie alt und über das Wasserforum schon seit zwölf Jahren dabei. „Wenn die kleinen Leute beim Experimentieren ihr Aha-Erlebnis haben, macht das unheimlich Spaß“, sagt die ehemalige Sonderschullehrerin.

Das diesjährige Motto „Wasser und Arbeitsplätze“ des Weltwassertages kam dem Steb-Chef gerade recht, um Werbung für eine Ausbildung in der Wasserwirtschaft zu machen. Dort sind derzeit rund 250.000 Menschen beschäftigt, „aber für die Zukunft fehlen Fachleute“, sagte Schaaf. „Bah, das stinkt – das gilt schon lange nicht mehr. Heute sind es attraktive Hightech-Berufe.“. Bürgermeisterin Scho-Antwerpes appellierte an die Mädchen, dies als Chance zu begreifen. Doch das hörten die Grundschülerinnen nicht, sie erkundeten gerade auf dem Oberdeck der „Jan von Werth“ den Wasserkreislauf.

Weitere Informationen zur Arbeit der Kölner Wasserschule finden sie auch im Internet unter: www.wasserschule-koeln.de.

, , , , , , , ,