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Neue Zahlen zu HIV-Infizierten

AIDS: Zahl der Neuinfektionen weiterhin stabil

25. November 2016 | 13:15 | red
Bild: Köln Nachrichten

Am 1.Dezember ist wieder Welt-Aids-Tag. Das Spendensammeln von Promis hat Tradition. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in Deutschland im vergangenen Jahr mit rund 3200 weiterhin stabil geblieben. In Köln gab es im vergangenen Jahr 123 Neudiagnosen, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Wie die Kölner Aidshilfe am heutigen Freitag einräumte, muss das nicht zwangsläufig positiv sein. Denn zwischen der Entdeckung einer HIV-Infektion und der eigentlichen Ansteckung liegen nicht selten Monate. Landesweit registrierten die Gesundheitsämter rund 650 Neuinfektionen. Köln bleibt damit trotz der gesunkenen Zahlen weiterhin der Hotspot in Sachen AIDS in NRW.

Deutschlandweit lebten Ende 2015 rund 84.700 Menschen mit dem HI-Virus, davon wissen allerdings etwa 12.600 Menschen nichts von ihrer Infektion, so die Befürchtung der Hilfsorganisation. In NRW sind es rund 18.400, wovon 2700 nicht über ihren Status Bescheid wissen. 2015 starben geschätzt rund 460 Menschen an den Folgen von AIDS.

Gleichgeschlechtlich orientierte Männer sind nach wie vor die am stärksten betroffene Gruppe mit einem Anteil von immer noch knapp 69 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es etwa 72 Prozent. Etwas mehr als 13 Prozent der HIV-Infizierten waren heterosexuelle Frauen, knapp zehn Prozent Hetero-Männer. Nur leicht gestiegen ist der Anteil derjenigen, die sich das Virus über unsaubere Spritzen eingefangen haben.

Trotz des Rückgangs in der Domstadt bei den Neudiagnosen erhalten weiterhin drei Menschen pro Woche die niederschmetternde Diagnose, dass sie unheilbar krank sind. Zwar lassen sich die Symptome von AIDS dank moderner Medizin inzwischen weitgehend kontrollieren, eine Heilung ist jedoch nach wie vor nicht möglich. Eine wichtige Rolle bei der Entdeckung des HI-Virus spielt hier der Checkpoint der Kölner Aidshilfe. Etwas mehr als ein Drittel aller registrierten Neuinfektionen wurden hier aktenkundig. Insgesamt ließen sich hier im vergangenen Jahr rund 4000 Personen testen, rund 500 mehr als ein Jahr zuvor.

Um die Zahl der unwissend Infizierten zu senken, müssen die niedrigschwelligen Testangebote ausgebaut werden. Jeder in Deutschland lebende Mensch muss Zugang zu Therapiemöglichkeiten erhalten. Es müssen mehr Druckräume für Drogengebrauchende angeboten und die Möglichkeit des Spritzentauschs muss erweitert werden“, forderte der Pressesprecher der Kölner Aidshilfe, Erik Sauer

Auch in Sachen Aufklärung müsse weiter gearbeitet werden, denn noch immer werden HIV-Erkrankte diskriminiert und stigmatisiert. Der am 1. Dezember stattfindende Welt-Aids-Tag hat deshalb auch nichts von seiner Notwendigkeit verloren.

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