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Neue Forschung zu Brust- und Eierstockkrebs

Ersatzkassen wollen Genanalyse zur Vorsorge fördern

24. November 2016 | 17:30 | red
v.l.n.r: Prof. Dr. Rita Schmutzler, Prof. Dr. Dr. h.c. du Bois, Dr. Barbara Zimmer, Dirk Ruiss, Ursel Wirz stellten die Ergebnisse zweier Studien vor.  Bild: Uniklinik Köln

v.l.n.r: Prof. Dr. Rita Schmutzler, Prof. Dr. Dr. h.c. du Bois, Dr. Barbara Zimmer, Dirk Ruiss, Ursel Wirz stellten die Ergebnisse zweier Studien vor. Bild: Uniklinik Köln

Am heutigen Donnerstag informierten die Verantwortlichen der Kölner Universitätsklinik und Vertreter der Ersatzkassen über eine neue Versorgungsstruktur. Das soll auch den Versicherten zugute kommen.

Medizinforscher der Kölner Uniklinik hatten im Vorfeld mehrere klinische Studie mit einigen Tausend Patientinnen durchgeführt und dabei neue Einschlusskriterien für die BRCA1/2-Genanalyse festgestellt. Die Ergebnissen von zwei Studien mit insgesamt rund 1300 Patientinnen (800 hatten das triple negative Mammakarzinom, 500 weitere Teilnehmerinnen hatten somatische Mutationen (Tumor) und Keimbahnmutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 beim Ovarialkarzinom (AGO-TR1-Studie).

Beide Ergebnisse führten nach intensiven Verhandlungen von Prof. Dr. Rita Schmutzler für die Konsortialzentren und Prof. Dr. Andreas du Bois für die AGO-Studiengruppe und die Kooperationszentren mit dem vdek zu einer Akzeptanz angepasster und erweiterter Einschlusskriterien für die genetische Beratung und Testung – auch bei singulären Krankheitsfällen ohne Familienanamnese.

Ergebnisse sollen in neuen Versorgungsstrukturen münden

Das Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln und die Frauenkliniken der Kliniken Essen-Mitte (KEM) haben federführend für das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs , für die AGO-Studiengruppe und für die kooperierende Brust- und gynäkologische Krebszentren in NRW neue Einschlusskriterien für die BRCA1/2 Genanalyse überprüft und kooperative Versorgungsstrukturen entwickelt.

Diese werden nun in einem Vertrag mit dem Verband der Ersatzkassen (vdek) zur besonderen Versorgung allen Kooperationspartnern des Konsortiums angeboten. Damit bauen die Ersatzkassen – Techniker Krankenkasse (TK), BARMER GEK, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse (KKH), Handelskrankenkasse (hkk) und Hanseatische Krankenkasse (HEK) – ihr exklusives Angebot für die Versorgung von Frauen mit erblich bedingtem Brust- und Eierstockkrebs aus, so die Verantwortlichen weiter.

Sektoren-übergreifende Zusammenarbeit

Nach einer mehr als zwei Jahre bestehenden modellhaften Kooperation zwischen dem Konsortialzentrum Köln und dem Kooperationszentrum an den KEM sowie der nun deutlich besseren Datenlage konnte eine Anpassung der Verträge zur besonderen Versorgung nach § 140a SGB V zwischen den Konsortialzentren und dem vdek erreicht werden. Diese sind in den Unterverträgen der Konsortialzentren mit den Kooperationszentren abgebildet worden und ermöglichen nun eine Übergabe eines Teils der Leistungen in die Flächenversorgung an zertifizierte Krebszentren, die zusätzlich eine spezielle Schulung absolviert haben.

Seit dem 1. Oktober dieses Jahres kann bei Umsetzung der oben genannten Voraussetzungen erstmalig auch allen Patientinnen mit einem singulären TNBC bis zum 50. Lebensjahr oder einem singulären Ovarialkarzinom bis zum 80. Lebensjahr eine BRCA1/2-Analyse angeboten werden. Dieses Angebot gilt vorerst exklusiv für die Versicherten der Ersatzkassen. Es geht nun darum, möglichst flächendeckend den Pilot Köln-Essen auszurollen und Verträge zwischen weiteren Konsortial-und Kooperationszentren zu schließen. Verhandlungen mit weiteren Krankenkassen laufen. Die Ersatzkassen werden das erweiterte Angebot auch mit den Universitätskliniken Düsseldorf und Münster vereinbaren, hieß es dazu abschließend.

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