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Stadt und Land laden am 3. September zum Aktionstag „Köln isst joot“ Wegwerfen von Lebensmitteln stoppen! Kölns als Ernährungs- und Genusshauptstadt? Davon träumt NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel. Einen Verbündeten hat er im Kölner Amts

Wegwerfen von Lebensmitteln stoppen!

23. Juli 2016 | 12:00 | ehu
Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören: Obst- und Gemüse-Abfälle nach einem Kölner Wochenmarkt. Foto: ehu

Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören: Obst- und Gemüse-Abfälle nach einem Kölner Wochenmarkt. Foto: ehu

Kölns als Ernährungs- und Genusshauptstadt? Davon träumt NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel. Einen Verbündeten hat er im Kölner Amtskollegen Konrad Peschen gefunden. Erstes gemeinsames Projekt: Der Aktionstag „Köln isst joot“ am 3. September. Gemeinsames Ziel: weniger Lebensmittel wegwerfen!

Erreicht werden soll das, indem „Lebensmittel und deren Produzenten mehr wert geschätzt werden“, konkretisiert der Minister. Denn die Zahlen sind erschreckend: Täglich wirft – statistisch gesehen – jeder deutsche 170 Gramm Lebensmittel weg, das entspricht etwa einem belegten Brötchen oder fast zwei Tafeln Schokolade. Im Jahr summiert sich das auf elf Millionen Tonnen.

In meiner Jugend wäre das Wegwerfen eines Pausenbrots eine Todsünde gewesen“, erinnert sich Remmel. Heute seien Lebensmittel wohl zu billig und würden deshalb nicht geschätzt. Das gelte auch für die Produzenten, sagt er und verweist auf den aktuellen Niedrigstpreis für Milch.

60 Projektpartner bieten Information, Unterhaltung und Kulinarik

Wollen, dass Lebensmittel mehr geschätzt werden: Konrad Peschen, Johannes Remmel und Peter Zens. Foto: ehu

Wollen, dass Lebensmittel mehr geschätzt werden: Konrad Peschen, Johannes Remmel und Peter Zens. Foto: ehu

Das soll sich ändern. Der große Startschuss fällt am 3. September auf dem Rudolfplatz. 60 Verbände, Vereine, Initiativen und Unternehmen laden ein zu Information, Unterhaltung und kulinarischen Genüssen. Dabei sind unter anderem das Allerweltshaus, die Rewe Group, das Netzwerk solidarische Landwirtschaft, der BUND, KölnAgenda, Slowfood, Vernetzungsstelle Schulverpflegung, Regionalmarke Eifel, Misereor, die Lutherkirche und der BioGourmetClub. Weitere Veranstaltungen wie Führungen, Vorträge und Ausstellungen an unterschiedlichen Orten ziehen sich dann noch über den September hin.

Einen kleinen Startschuss hat das Kölner Amt für Verbraucherschutz schon gegeben. So veröffentlichte es eine Aufklärungs-DVD mit Kölner Künstlern und startete die Aktion „Schad drömm“, die gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln mobilisieren soll. Außerdem machte man bislang zehn Kitas Lust auf einen eigenen „Lehrgarten“. Darin wird etwa Gemüse angebaut, das dann auch in der Kita-Küche verarbeitet wird. „So lernen Kinder die Wertschätzungskette von Lebensmitteln“, so Amtsleiter Peschen. Ihm stehen für solche Projekte erstmals in diesem und dem nächsten Jahr je 40.000 Euro zur Verfügung.

Unterstützt werden Stadt und Land vom Ernährungsrat, der – als erster seiner Art – im April gegründet wurde. Auch er will das Wegwerfen von Lebensmitteln verringern, setzt sich für gesundes Essen vor allem, aber nicht nur an Schulen ein. „Es gibt zu diesem Thema viele Einzelkämpfer“, sagt Peter Zens. Der Bauer und Ernährungsrat-Mitglied findet den Aktionstag ein „tolles Beispiel für konstruktive Zusammenarbeit“. Ein weiteres langfristiges Ziel ist die Stärkung des regionalen Angebots. Hier wie auch bei Bio-Lebensmitteln sieht Remmel noch großen Nachholbedarf: „Das Angebot kann die Nachfrage von Handel und Konsumenten nicht immer erfüllen.“

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