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Investor-Monitor Zahnarztpraxis 2016

KZBV und BZÄK fordert sichere Rahmenbedingungen

9. November 2016 | 16:00 | red
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Zahnarztpraxis oder freistehendes Einfamilienhaus in einer deutschen Großstadt. Eine Zahnarztpraxis kostet inzwischen als Neugründung knapp eine halbe Million Euro. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) machen sich Sorgen um die Zukunft niedergelassener Zahnärzte. Wer sich niederlassen will, muss schon vor seiner Praixs reich sein.

Denn die durchschnittliche Existenzgründung ist für Zahnärzte teurer als ein Eigenheim. Wie die beiden Organisationen im Rahmen ihres Investor-Monitors Zahnarztpraxis herausfanden, kostet eine Einzelpraxis für Gründungswillige knapp eine halbe Million Euro, genauer 484.000 Euro. Auch die Übernahme bestehender Praxen ist ein teures Unterfangen. Diese Übernahmen kommen auf einen durchschnittlichen Kaufpreis von 273.000 Euro.

Diese Zahlen beinhaltet neben dem Übernahmepreis in Höhe von 172.000 Euro zusätzliche Investitionen in einer Größenordnung von aktuell 101.000 Euro, die durch den Käufer der Praxis finanziert werden müssen. Dazu zählen Kosten für Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen ebenso wie Ausgaben für Neuanschaffungen von Medizintechnik und Einrichtung sowie sonstige Investitionen

Die hohen Investitionen stellen eine enorme Hürde für niederlassungswillige Zahnärztinnen und Zahnärzte dar. Wenn wie bisher auch künftig die zahnärztliche Versorgung nicht nur in Städten sondern auch auf dem Land sichergestellt werden soll, müssen sichere, attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen für die zahnärztliche Berufsausübung existieren, um niederlassungswilligen Zahnärzten den Schritt in die Selbständigkeit auch zu ermöglichen. Nur so kann die Hemmschwelle für die Niederlassung in eigener Praxis abgebaut werden“, erklärte der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Wolfgang Eßer.

Damit liegen die Investitionskosten der Zahnärzte deutlich höher als bei Hausärzten und vielen Fachärzten. Das liegt daran, dass in Zahnarztpraxen eine sehr umfangreiche technische Ausstattung nötig ist, damit Patienten an einer fortschrittlichen Versorgung teilhaben können. Hier ist auch die Politik gefordert, den jungen Kollegen mehr Planungssicherheit zu geben“, ergänzte der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel.

Die durchschnittlichen Investitionen von Hausärzten betrugen nach Angaben der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) im Jahr 2015 im Falle einer Neugründung 114.000 Euro. Die Übernahme einer Hausarztpraxis lag mit 118.000 Euro etwas darüber. Die hohen Kosten für Zahnarztpraxen sind ein echtes Hindernis. Dabei hängt eine gute und flächendeckende Versorgung mit zahnärztlichen Leistungen von guten Startbedingungen ab. Gerade kleinere Praxis leisten in den Gegenden außerhalb der großen Metropolen überragend wichtige Dienste.

Mit dem Invest Monitor Zahnarztpraxis analysiert das IDZ, getragen von KZBV und BZÄK) gemeinsam mit der apoBank seit dem Jahr 1984 die für die zahnärztliche Niederlassung aufgewendeten Investitionen. Der aktuelle Bericht zu den finanziellen Rahmenbedingungen finden sie auch als pdf-Download unter: www.idz-koeln.de.

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