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Forschungspreis Komplementärmedizin 2016 der NATUM

Kölner Mediziner bekommt 3000 Euro für Forschungszwecke

30. November 2016 | 10:00 | red
PD Dr. Freerk Baumann erhält 3000 Euro für seine Forschungsarbeit. Seit Anfang November 2016 arbeitet er am Kölner CIO der Uniklinik.  Bild: DVGS

PD Dr. Freerk Baumann erhält 3000 Euro für seine Forschungsarbeit. Seit Anfang November 2016 arbeitet er am Kölner CIO der Uniklinik. Bild: DVGS

Der Kölner Mediziner und Privatdozent Dr. Freerk Baumann hat in Baden-Baden den Forschungspreis Komplementärmedizin 2016 der NATUM (Naturheilkunde, Akupunktur, Umwelt- und Komplementärmedizin e. V.) in Empfang genommen.

Damit wird der amtierede Vorstand im Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro erhalten. Die Verleihung der Auszeichnung fand im Rahmen der 50. Medizinischen Woche in Baden-Baden statt. Ausgezeichnet wurde seine Studie zu den Auswirkungen eines individualisierten Bewegungsprogramms auf die Nachhaltigkeit des körperlichen Aktivitätsniveaus, Fatigue und Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen.

Baumann war auch maßgeblich an der Entwicklung neuer Versorgungsformen für Krebspatienten beteiligt, der sogenannten Onkologischen Trainings- und Bewegungstherapie (OTT). Der mit 3000 Euro dotierte Forschungspreis wird für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Komplementärmedizin und Naturheilverfahren verliehen. Baumann erhielt ihn für seine an der Deutschen Sporthochschule Köln in Kooperation mit den Reha-Kliniken Am Kurpark Bad Kissingen sowie Bad Mergentheim durchgeführten Studie „Sustainable impact of an individualized exercise program on physic activity level and fatigue syndrome on breast cancer patients in two German rehabilitation Centers.“

„Dr. Baumann konnte mit seiner Forschungsarbeit deutlich zeigen, dass ein individualisiertes, auf die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Patientin zugeschnittenes Trainingsprogramm nachhaltige Effekte auf das körperliche Bewegungsverhalten hat“, so die Begründung der Jury.

Personalisiertes Programm hilft den inneren Schweinhund zu überwinden

Obwohl epidemiologische Studien darauf hinweisen, dass durch regelmäßige körperliche Aktivität eine Verbesserung der Krebs-Überlebensrate erreicht werden könnte, neigen Brustkrebspatientinnen nach der medizinischen Behandlung zur körperlichen Inaktivität. Daher suchten Baumann und Kollegen nach einem Bewegungsprogramm für Krebspatientinnen, mit dem nachhaltig das körperliche Bewegungsverhalten verbessert werden kann und das von den Patientinnen akzeptiert wird. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Erfolgsschlüssel in der Individualisierung des Programms liegt“, erklärt der Medizinforscher.

„Wir konnten mit unserer Studie belegen, dass Patientinnen, die nach einer Brustkrebserkrankung und einer anschließenden Rehabilitationsmaßnahme an einem individuell auf sie zugeschnittenen Trainingsprogramm teilnahmen, nach zwei Jahren ein signifikant höheres körperliches Aktivitätsniveau als vor der Intervention hatten. Auch litten sie seltener an einem Fatigue-Syndrom und hatten eine höhere Lebensqualität als Patientinnen, die dieses Programm nicht absolvierten“, führt der Wissenschaftler aus.

Die Erkenntnisse seiner Forschungsarbeiten sollen nun auch in die Praxis umgesetzt werden. Ab sofort bietet das CIO Köln/Bonn einen Fortbildungskurs „Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie OTT“ für fortgeschrittene Sport- und Bewegungstherapeuten an. Vorausgesetzt wird unsere Lizenz für den Basiskurs ‚Sporttherapie in der Onkologie'“ erläuterte DVGS-Geschäftsführerin Angela Baldus. Sie hofft, dass die neuen Trainingsangebote für Krebspatienten zukünftig auch von den Krankenkassen übernommen werden.

Baumann arbeitet seit dem 1. November dieses Jahres im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln/Bonn an der Uniklinik Köln.

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