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Auszeichnung für Kölner Artenschutzprojekt

Kölner Spatzenprojekt bekommt Lob von UN

10. November 2016 | 13:30 | red
Der Spatz oder auch Haussperling ist auch in Köln selten geworden. Ein 2015 ins Leben gerufenes Artenschutzprojekt ist nun von den Vereinten Nationen ausgezeichnet worden. Bild: ehu/Archiv

Der Spatz oder auch Haussperling ist auch in Köln selten geworden. Ein 2015 ins Leben gerufenes Artenschutzprojekt ist nun von den Vereinten Nationen ausgezeichnet worden. Bild: ehu/Archiv

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt hat am heutigen Donnerstag den Kölner Zoo und seine Verantwortlichen für ihren beispielhaften Einsatz für den Haussperling gewürdigt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, nehmen die Auszeichnung heute im Kölner Zoo entgegen.

Der Spatz, oder auch Haussperling genannt, ist nicht nur in Köln selten geworden. Nun wurde das vor Jahresfrist gestartete Projekt zur Arterhaltung der kleinen, quirrligen Kulturfolger von den Vereinten Nationen offiziell gewürdigt. Es ist seit dem heutigen Donnerstag offiziellees Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Die Fachjury hat damit das vorbildliche Engagement der Stadt und ihrer Partnerorganisationen für die Naturvielfalt im urbanen Raum gewürdigt. Nahezu unbemerkt sind die Bestände des Haussperlings in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Es fehlt vielerorts an geeigneter Nahrung wie Körner, Beeren und Insekten, an Trink- und Badeplätzen sowie an Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten.

Mit zahlreichen Aktionen sorgt die Kölner Initiative dafür, die Lebensbedingungen des Sympathieträgers in der Domstadt zu verbessern. Dadurch soll auch die biologische Vielfalt in der Stadt insgesamt gestärkt werden. Mitmachaktionen und Informationsmaterialien sollen die Kölnerinnen und Kölner zudem anregen, eigene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume der Spatzen umzusetzen.

Nach Auffassung der Jury der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist es der Initiative mit ihrem Spatzenprojekt in beispielhafter Weise gelungen, lokale Organisationen und Institutionen zur Unterstützung zu gewinnen. Dazu gehören neben den Naturschutzorganisationen NABU und BUND auch die Kölner Uni, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Zoo Köln, die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) und die Victor F. Rolff Stiftung. Die Kampagne startete im vergangenen Jahr, die Koordination liegt beim Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Kölner Artenschutzprojekt auch an Schulen

Dr. Kilian Delbrück, Referatsleiter im Bundesumweltministerium, übergibt die Auszeichnung heute an die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel. Im Rahmen der Auszeichnungsfeier wird ein neues Infoschild zum Haussperling im Kölner Zoo eingeweiht. Mit dem Spatz als Botschafter für Natur- und Artenvielfalt in der Stadt sollen nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Stadt gestärkt werden, sondern auch neue naturnahe Lebensräume entstehen.

So wurden unter anderem in Kooperation mit dem BUND Köln an zehn ausgewählten Kölner Schulen die Schulhöfe spatzengerecht umgestaltet. Ein daraus abgeleiteter Projektleitfaden soll anderen Schulen als Anregung und Beispiel dienen. In Zusammenarbeit mit dem NABU Köln, entstanden zudem eine Wanderausstellung, ein Fotowettbewerb und ein Jahreskalender zum Thema Spatzen. Für Kinder wurde das Lesebuch „Willi der Spatz“ entwickelt und an allen Kölner Grundschulen kostenlos verteilt. Eine eigene Internetseite informiert über die Lebensweise und Lebensraumansprüche der Spatzen und gibt Tipps, wie man den Vögeln mit einfachen Maßnahmen helfen kann

Interaktive Karte soll Spatzen sichtbar werden lassen

Auch die Chancen der Digitalisierung werden genutzt. Auf der Internetseite können Bürgerinnen und Bürger eigene Spatzenbeobachtungen melden. Diese Sichtungen werden in eine laufend aktualisierte Stadtkarte eingetragen. Zudem vergeben die Initiatoren ein kostenloses Informationsfaltblatt zum Spatzenschutz, Samentütchen zur Anlage von Spatzenweiden und Spatzennistkästen. In Zoo und Flora sollen demnächst zudem Schauobjekte für die eigene naturnahe Gartengestaltung entstehen. Dazu ist ebenfalls ein Infofaltblatt mit einer Artenliste einheimischer Hochstauden geplant, die für Gartentiere attraktiv sind.

Die weltweite Aktion UN-Dekade Biologische Vielfalt startete im Jahr 2011 und hat eine Laufzeit bis 2020. Die Vereinten Nationen rufen dabei die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will damit die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Bewerben können sich sowohl Einzelpersonen oder -initiativen als auch institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen, Unternehmen und staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

Weitere Informationen zum Spatzenprojekt der Stadt Köln finden sie auf der Kampagnenseite der Stadt Köln unter: www.stadt-koeln.de.

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