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Kölner Spielplätze im Fokus

Stadt investiert mehr als zwei Millionen Euro in seine Spielplätze

5. November 2014 | 10:00 | red
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Die Stadt hat in diesem mehr als zwei Millionen Euro in Kölner Spielplätze investiert. Einige wurden regelrecht wiederbelebt. Bild: Archiv Köln Nachrichten

In der Stadt Köln gibt es stadtweit mehr als 660 öffentliche Spielplätze. Hinzu kommen weitere Spiel- und Aufenthaltsflächen für Kinder und Jugendliche, die sich auf privaten Grundstücken befinden.

Um die viele Spielplätze in Schuss zu halten, Ersatzbeschaffungen durchzuführen oder auch komplett umzugestalten, muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Außerdem sorgt ein sich verschärfendes Sicherheitsbedürfnis dafür, dass als nicht mehr sicher eingestufte Spielgeräte oftmals ohne Vorwarnung abgebaut wurden. Im Jahr 2012 musste die Stadt knapp 200 Spielgeräte älterer Bauart entfernen, weil sie für die Sicherheit der Kinder dort die Verantwortung trägt und ein Prüfkonzern eine europaweite Neuregelung anmahnte.

Die Stadt Köln setzt seit einigen Jahren ein umfangreiches Sanierungs- und Erneuerungskonzept um. In 2014 wurden bisher rund 2,3 Millionen Euro in Maßnahmen auf 60 Spiel- und Bolzplätzen investiert, deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Das Spektrum reicht vom Aufstellen einzelner Spiel- und Sportgeräte bis hin zu Komplettsanierungen. Noch in diesem Jahr werden weitere Spielplätze auf Vordermann gebracht.

Humboldtpark – ein echtes Schmuckstück

Ein echtes Schmuckstück ist so im Humboldtpark entstanden. Der Spielplatz liegt inmitten einer denkmalgeschützten Grünfläche im Zentrum des Stadtteils. Schon nach kurzer Zeit hat sich der neue Spielplatz zum Ausflugsziel für Familien sogar aus der weiteren Umgebung entwickelt. Nach der Umgestaltung und Rundumerneuerung stehen hinter unter anderem eine Vogelnestschaukel, ein Haus mit unterschiedlichen Klettermöglichkeiten und ein Spielhaus mit Sandspielen wie Schaufel und Rohre. Für die Größeren gibt es einen Zweimast-Seilzirkus mit integrierter Rutsche und Pendelsitzen, Jugendliche können sich an zwei Tischtennisplatten und einer großen Reifenschaukel im Parkrondell treffen und dort „chillen“.

Auch am Mühlenweg im Kölner Südosten (Porz-Urbach) hat sich Einiges getan. Hier entstand im vergangenen Jahr ein Spielplaz mit einer großen Kletterspielanlage, Kletterwand, Nestschaukel, Wippe und Balancieranlage. Der benachbarte Bolzplatz hat einen neuen Belag, neue Tore und einen Ballfangzaun erhalten, hieß es dazu weiter.

Verzahnung mit Zivilgesellschaft über Paten

Mehr als Hälfte der Kölner Spielplätze werden inzwischen von Spielplatzpaten betreut. Sie arbeiten als Ansprechpartner vor Ort eng wie ehrenamtlich an der guten Nachbarschaft mit. Nicht selten organisieren sie Spielplatzfeste oder Sponsoren, die mit großzügigen Spenden Ersatz- oder auch neue Spielgeräte beschaffen. So erhielt der Spielplatz am Rotgerberbach ein neues Holzschiff zum Klettern, ebenso wie der Spielplatz in der Stauderstraße in Köln-Sülz, wo es bisher keine Geräte gab.

Zuständig für die Betreuung und Planung von Spielplätzen ist die Abteilung Kinderinteressen und Jugendförderung im Kölner Amt für Kinder, Jugend und Familie. Bereits seit vielen Jahrzehnten arbeiten die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur mit externen Architekten und Fachplanern sondern auch mit den nachherigen Nutzern, also den Kindern und Jugendlichen, zusammen. Immer häufiger wollen auch Erwachsene bei der Gestaltung dieser Freiflächen mitreden. Diese Form der Bürgerbeteiligung sorgt für hohe Akzeptanz der Nachbarschaft. Nicht selten wurde so ein ganzes Stadtquartier sichtbar neu belebt.

Und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Fachplanern und Nutzern funktioniert richtig gut, wie die Redaktion in den vergangenen Jahren mehrfach und wiederholt beobachten konnte. Da wurde selbst so mancher Luxuswunsch von Stadtplanern von den Kindern über den Haufen geworfen, weil es keinen Bedarf gab. Hier haben die Kinder und Jugendlichen den vermeintlich erwachsenen Experten geholfen, richtig Geld zu sparen.

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