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Medizinforschung am Hochschulstandort Köln

Uni und Spoho wollen Schwangere bewegen

2. November 2016 | 13:00 | red
Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Kölner Universitätsklinik und die Deutsche Sporthochschule suchen Schwangere in der achten bis zwölften Woche und einem BMI von mehr als 25. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Übergewicht. Über die Ursachen einer solchen Adipositas-Erkrankung gibt es weiterhin unterschiedliche Meinungen. Nun wollen Universität und Sporthochschule hierzu ein neues Forschungsprojekt initiieren.

Wie die beiden staatlichen Hochschulen am heutigen Mittwoch berichtetem, führt das Kölner Zentrum für Prävention im Kindes- und Jugendalter am Herzzentrum der Uniklinik Köln in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) eine Studie mit werdenden Müttern durch. Die Forscher wollen damit ermitteln, wie Bewegung während der Schwangerschaft und die spätere Entwicklung des Kindes miteinander zusammenhängen.

Die These der Wissenschaftler:  Bewegung in der Schwangerschaft hat einen Einfluss auf die Kindesentwicklung, nicht nur im Mutterleib. Die Autoren der Studie suchen nun nach Schwangeren, die sowohl einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI von 25 und mehr) aufweisen als auch zwischen der achten und zwölften Woche schwanger sind.

Die sogenannte Perinatalperiode – die Zeit vor und nach der Geburt – ist von größter Bedeutung für die Entwicklung und Reifung aller Organe und Organfunktionen, so der derzeitige Kenntnisstand. Aus den Forschungen der vergangenen Jahre weiß man: In diesem kritischen Zeitfenster sind Entwicklungsprozesse sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und können langfristig „programmiert“ werden. Wie sich allerdings das Bewegungs- und Ernährungsverhalten auf die Entwicklung des Kindes auswirkt, darüber gibt es derzeit noch vergleichsweise wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.

Genau hier wollen die Wissenschaftler der beiden Hochschulen ansetzen. „Für diese Schwangeren haben wir ein spezifisches Bewegungs- und Ernährungsprogramm entwickelt. Dieses wollen wir hinsichtlich seiner Wirkung auf die Gesundheit von Mutter und Kind überprüfen“, erklärte Nina Ferrari, Koordinatorin des Kölner Zentrums für Prävention im Kindes- und Jugendalter.

Dieses Programm beinhaltet individuelle Ernährungsberatungseinheiten bereits zu Beginn und im Verlauf der Schwangerschaft sowie ab der 13. Schwangerschaftswoche ein moderates Bewegungsprogramm zwei Mal in der Woche. Dieses besteht aus Ausdauer- und Krafteinheiten, um die großen Muskelgruppen zu stärken und fit durch die Schwangerschaft zu kommen. Das Sportangebot ist auf circa sieben Monate angelegt und wird in Köln linksrheinisch und rechtsrheinisch angeboten, sowie an einem Standort in Bonn (Venusberg).

Wer an der Studie teilnehmen will und überdies die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, soll sich mit der Forschungsgruppe in Verbindung setzen. Die Studienautorin Nina Ferrari ist telefonisch erreichbar unter der Rufnummer: 0221 / 4982 – 5290 oder per Mail an: nina.ferrari@uk-koeln.de.

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