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Ellmühle wechselt den Besitzer

Moderne Stadt erwirbt Gewerbeimmobilie am Deutzer Hafen

5. August 2016 | 17:00 | red
Die historische Ellmühle prägt die rechtsrheinische Skyline der Domstadt. Sie könnte in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Bild: moderne stadt GmbH

Die historische Ellmühle prägt die rechtsrheinische Skyline der Domstadt. Sie könnte in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Bild: moderne stadt GmbH

Die Arrondierung des weitläufigen Areals am Deutzer Hafen ist mit dem gestrigen Donnerstag einen guten Schritt vorangekommen. Die stadtnahe Entwicklungsgesellschaft moderne Stadt GmbH hat dazu einen Kaufvertrag mit GoodMills Deutschland geschlossen. Die Ellmühle hat damit einen neuen Eigentümer.

Wie die Stadtwerke-Beteiligung am heutigen Freitag bekannt gab, vereinbarten die Unterzeichner des Kaufvertrags Stillschweigen über den Kaufpreis und die weiteren Vertragsdetails. Auf dem Areal der Ellmühle, die von Westen aus weithin sichtbar mit dem Logo „Aurora“ zu sehen ist, könnten mit der geplanten Umnutzung des gesamten Hafenareals bis zu 800 zusätzliche Wohnungen entstehen, wie eine erste Abschätzung der beteiligten Fachleute ergab.

Der Erwerb der Ellmühle erleichtert und beschleunigt die Umnutzung des Deutzer Hafens zu einem Wohn- und Büroquartier in den nächsten Jahren. Bislang sahen die Pläne eine komplizierte Integration der Mühle vor. Die Mühle wird voraussichtlich bis Ende 2020 weiter im Deutzer Hafen betrieben, so ein wichtiger Vertragsbestandteil. Der Verkäufer ist bereits auf der Suche nach einem neuen Mühlenstandort, hieß es dazu weiter.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft moderne stadt wird das Areal des Deutzer Hafens im Auftrag der Stadt entwickeln. Derzeit sind die Planungen aber noch im Anfangsstadium, derzeit läuft ein Gutachterverfahren, Mitte Juni stellten fünf Architektenbüros ihre Entwürfe für den künftigen Deutzer Hafen vor.

Mit dem Erwerb der Mühle können wir nun besser planen. Wird das Gebäude künftig nicht mehr gewerblich genutzt, müssen wir keine gesonderten Lärmschutzmaßnahmen für die Nachbarbebauung berücksichtigen. Außerdem müssen wir nicht mehr den Schienenanschluss durch das Hafengelände aufrechterhalten. Beides verbessert die Wohnqualität und die Wegeführung im Quartier“, betonte Andreas Röhrig, Geschäftsführer der moderne stadt.

Entsprechend dem kooperativen Baulandmodell Köln sollen rund 30 Prozent mietpreisgebunden sein, die restlichen 70 Prozent sollen freifinanziert sein, so ein weiterer wichtiger Aspekt der Planungen. Das Areal der Ellmühle mit ihren Bestandsgebäuden umfasst eine Bruttogeschossfläche von rund 90.000 Quadratmeter. Wie mit der Ellmühle umzugehen ist, steht derzeit noch nicht fest, da hier ein Verfahren zur Aufnahme in die Denkmalliste anhängig ist. Sollten weniger als die Hälfte des Bestandsensembles schutzwürdig sein, wäre die Umnutzung auf jeden Fall kein Problem, betonten die Planer von moderne Stadt.

Das Grundstück hat eine Größe von 24.239 Quadratmetern. Das Areal könnte in einzelne Baufelder unterteilt und über Konzeptvergaben an mehrere Einzelinvestoren verkauft werden; moderne stadt beziffert das Investitionsvolumen auf dem Mühlenareal auf etwa 500 Millionen Euro. Die Stadt will bei den Planungen Bevölkerung und Fachöffentlichkeit ins Boot holen. Der nächste Termin dazu steht bereits. Am 23. und 24. September wird ein Kolloquium zur Umwidmung des Hafengeländes unter Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden. Dabei werden die neuen Begebenheiten erstmals planerisch berücksichtigt, kündigte die Stadt weiter an.

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