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Mietvertrag nicht verlängert. Parzival sucht neue Räume

artclub: nach zehn Jahren droht das Aus

11. November 2016 | 08:00 | ehu
Auch abends war und ist – noch – der artclub eine beliebte Adresse für Kunst- udn Kulturinteressierte. Foto: ehu

Auch abends war und ist – noch – der artclub eine beliebte Adresse für Kunst- udn Kulturinteressierte. Foto: ehu

2006 startete der „artclub“ im Agnesviertel seine Arbeit. Jetzt droht ihm – zumindest am angestammten Platz – das Aus: Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Organisator Parzival aber bleibt optimistisch, hofft rechtzeitig neue passende Räume zu finden.

Durch die Verwandlung des Hauses Melchiorstraße 14 – direkt gegenüber dem Bürgerzentrum Alte Feuerwache – in Eigentumswohnungen hatte der Club schon einige neue Vermieter erfolgreich von seinem Bleiben überzeugen können. Jetzt aber sollen die Räume, in denen zuvor eine Spielclub sein Domizil hatte, in eine Wohnung umgebaut werden. Am 31. Dezember ist Schluss mit Kunst. Am 10. Dezember wird es noch ein Abschiedsfest geben.

Das Konzept des artclub ist ebenso verblüffend wie einfach: Für einen Monatsbeitrag wird der Künstler Mitglied. Dafür erhält er die Gelegenheit, dauernd einige seiner Werke im Wechsel auszustellen. Außerdem hat er die Möglichkeit zu kleinen Einzelausstellungen. 100 Namen verzeichnet die Mitgliederliste, die meisten aus Köln, aber auch bundesweit fand das Konzept Anhänger.

Im Laufe der zehn Jahre gab es 77 meist thematisch ausgerichtete Geminschaftsausstellungen, die jeweils sechs Wochen dauerten. In fast 500 kleinen Einzelausstellungen konnten die Mitglieder für zwei Wochen ihre Arbeiten präsentieren. Und natürlich verkaufen. Das Spektrum ist weit gefasst, umfasst Maler, Fotografen und Bildhauer. Abstraktes und Figürliches ist ebenso vertreten wie Surreales, Experimentelles und Naturalistisches. Außerdem gab es zahlreiche Abendveranstaltungen, der “Meine Fresse Club” hatte hier seine Heimat gefunden.

Parzival hofft, dass er möglichst bald adäquaten Ersatz findet. Die bisherigen 120 Quadratmeter waren ideal: zwei große Ausstellungsräume, drei kleine, dazu Toiletten und ein Lagerraum, ein großes Schaufenster. Nicht zu vergessen: Die Nähe zum Kulturzentrum Alte Feuerwache. Für Parzival auch künftig ein Muss. Vom günstigen Mietpreis ganz zu schweigen.

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