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Piemont macht mobil

Alpen, Abenteuer und Aperitivo in Tourismusregion Cuneo

22. August 2016 | 18:30 | ag
Historische Paläste im Südtirol. Nicht nur der in Cuneo lockt mit seiner einmaligen Architektur. Bild: ag

Die Sommerresidenz der Savoyer-Familie in Racconigi ist einen Besuch wert. Bild: ag

Auch wenn die Piemont-Kirsche nur der Strategie eines bekannten Süßwarenkonzerns obliegt, dient diese Frucht den Deutschen als Sinnbild des Dolce Vita schlechthin.

Wir begeben uns sozusagen auf Spurensuche des Traumsymbols köstlich-klebriger Verführung und reisen in das Herz ihrer werbetechnischen Heimat.

Das Piemont ist eine Region im Nordwesten Italiens mit 4.404.246 Einwohnern und mit einer Fläche von 25.400 Quadratkilometern nach Sizilien die flächenmäßig größte der 20 Regionen Italiens. Hinsichtlich der Einwohnerzahl ist die am westlichsten gelegene Gegend das sechstgrößte des „Stiefels“. Im Norden grenzt das Piemont an die Schweiz, im Westen an Frankreich, italienische Binnengrenzen finden sich im Süden an die Region Ligurien, im Südosten an die Emilia-Romagna, im Osten an die Lombardei und im Nordwesten an das Aostatal. Naturgeographisch gliedert sich die Region in drei Teile: Die Alpenregion, die Po-Ebene und die Hügellandschaften im Südosten des Piemont.

Piemontesische Berge

Die Alpenregion zieht sich am Rande der Alpen entlang der Süd-, West- und Nordgrenze des Piemont. Hier liegen die okzitanischen Täler (Stura, Maira, Varaita, Po, Pellice, Chisone), die Valle di Susa, die drei Valli di Lanzo, das Valle dell’Orco, das Aostatal, die Valsesia und die Gegend rund um das Westufer des Lago Maggiore. Der höchste Berg des Piemont ist der Monte Rosa mit 4618 Metern, gefolgt vom Gran Paradiso mit 4061 Metern und dem Monviso mit 3841 Metern. Die Alpenregion nimmt 43,3 Prozent des piemontesischen Gesamtterritoriums ein. Neben der Hauptstadt Turin ist eine weitere bekannte Stadt Cuneo, von der aus der Urlauber leicht zu Tourismus-Attraktionen und in die Hochgebirgsgebiete gelangt.

Cuneo heißt „Keil“

Die urkundliche Geschichte Cuneos beginnt im Jahr 1198, als im Garten der Kirche San Pietro di Romanisio die Konsuln der soeben gegründeten Kommune Cuneo der Kommune Asti den Treueid schworen als Gegenleistung für den Schutz gegen mögliche Feinde. Der Name „Cuneo“ wird oftmals als „Keil“ übersetzt. Die Lage der Ansiedlung identifiziert sich mit der Spitze ihres Hochplateaus, so dass im Stadtnamen auch der Gedanke eines „Dreiecks“ immanent ist. Von zwei Flüssen ringsherum umgeben entwickelte sich der Stadtkern von der Gründung bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts innerhalb von Stadtmauern und Befestigungsanlagen, die 1800 auf Befehl Napoleons abgerissen wurden.

Italiens Herrscherfamilie

Ungefähr eine halbe Stunde von Cuneo entfernt liegt das entzückende Städtchen „Racconigi“, das unbedingt einen Besuch wert ist. 10.000 Einwohner zählt die Barock-Idylle, in der es vor allem diese Besonderheit zu entdecken gibt. In Racconigi kann man das Schloss der ehemaligen Sommerresidenz der italienischen Herrscherfamilie „Savoyen“ bewundern.

Umrundet von einer fast 180 Hektar großen, wunderschön angelegten Parklandschaft gibt das Gesamtensemble des Anwesens einen Einblick über drei Jahrhunderte Kunstgeschichte, die in der Mitte des 16. Jahrhunderts begannen und die über die neoklassische Epoche im 17. Jahrhundert bis zu den Dekaden des anfänglichen 18. Jahrhunderts reichen.

Nah am Mittelmeer

Nur 30 Kilometer entfernt von Cuneo, der Hauptstadt der Provinz Granda, gelangt man in den sportlich-stylischen und legeren Alpinort „Limone Piemonte“, der auf tausend Höhenmetern vor allem im Winter als Top-Ausgangspunkt für Skiurlaub punktet. Auch im Sommer lohnt sich Spaziergang durch den historischen Ortskern mit einem leckeren Aperitivo in einem der pittoresken Straßencafés. Man spürt die kühle, erfrischende Brise von den Bergen.

Nur 40 Kilometer weiter über die Seealpen hinweg liegt das Mittelmeer. Wer etwas mehr Zeit im Gepäck hat, für den bietet sich ein Relax-Aufenthalt im großzügig designten „Village Spa“ an, den man sich zum Beispiel nach einer mehrstündigen E-Mountainbike-Tour entlang der „Via del Sale“ im Dunstkreis des „Colle di Tenda“, der Passhöhe nach Frankreich, verdient hat.

Hoch hinauf

Hoch hinaus geht es in den Bergen des Piemont. Auch im Sommer liegt hier noch Schnee.  Bild: ag

Schilder halten den Hochgebirgswanderer auf dem richtigen Weg im Piemont. Bild: ag

Weil die Berge zur inneren Landschaft vieler Menschen gehören und beim Wandern die Füße wieder bewusst benutzt werden, um den eigenen Weg zu finden, sei dem aktiven wie hochgebirgserprobten Urlauber auf eine Tour vom reizvollen Dorf Ferrère hingewiesen. Von diesem Seelenort auf 1800 Metern geht es im Rausch der Höhe auf den Collet de Tortisse mit ca. 2600 Metern. Und zum Staunen so manchen Stadtmenschen führt die Geschwindigkeit der Schwerkraft schnell auch bergab.

Eine andere Form abenteuerlichen Kulturtourismus offenbart die Kuppel-Besichtigung der „Basilica Regina Montis Regalis“ in Vicoforte. Ihre Gründung schreibt das Jahr 1596. Die dominante Kuppel aus dem Jahr 1710 wird als Highlight angeseilt bestiegen.

Zum Zeitpunkt, wenn der Gast das Piemont befährt, hat Goethe Italien längst beehrt: „Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.“ (Italienische Reise, 1816).

A.T.L. (Azienda Turistica Locale) del Cuneese ermöglichte diesen Rechercheaufenthalt im Piemont.

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