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Wallraf-Richartz-Museum bietet einen Blick hinter die Kulissen

Auf den Spuren von Meistern und Fälschern

26. Oktober 2016 | 09:00 | ehu
Leider kein echter Monet (1840-1926), aber immerhin noch zu Lebzeiten des beliebten Impressionisten gefälscht. © WRM

Leider kein echter Monet (1840-1926), aber immerhin noch zu Lebzeiten des beliebten Impressionisten gefälscht. © WRM

Schock und Enttäuschung waren groß, als 2008 ein Monet-Gemälde im Wallraf-Richartz-Museum (WRM) als Fälschung entlarvt wurde. Nur zwei Tage hatte die Prüfung durch die hauseigenen Kunsttechnologen gedauert. Jetzt wird die wichtige Arbeit des Museumslabors in einer kleinen (Treppenhaus-)Ausstellung vorgestellt.

Die Entlarvung von Fälschungen ist eher ein „Abfallprodukt“. Viel wichtiger ist zum einen die Konservierung von Kunstwerken (etwa durch Verglasung der Bilder), zum anderen deren Restaurierung. So werden etwa Bilder vor der Aufnahme in eine Sonderausstellung gründlich untersucht und bei Bedarf Schäden beseitigt.

So geschehen auch mit Monets „Am Seineufer bei Port Villez“, das in der WRM-Ausstellung „Wie das Licht auf die Leinwand kam“ über die Kunst der Impressionisten gezeigt werden sollte. Bis dahin – so der Wissenstand – war man überzeugt, der französische Künstler habe es 1885 gemalt. Bei der Überprüfung stieß man nun auf für Monet untypische Vorzeichnungen, bei der Signatur wurde zweimal angesetzt, es wurde mit dem Spachtel statt mit dem Pinsel gearbeitet. Schließlich hatte der Fälscher die Leinwand mit einer Lasur auf alt getrimmt. Fazit: kein Monet!

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Restauratoren sind kunsttechnologische Untersuchungen – etwa über die verwandten über Materialien – oder zur Arbeitsweise eines Künstlers. Neben dem falschen Monet kann dies der Besucher an einem mittelalterlichen Altarbild nachvollziehen. Oder – in einem Film – an Max Liebermanns „Rasenbleiche“. Der deutsch-englische Film gibt auch einen generellen Überblick über die Arbeit der Restaurierungs-Werkstatt.

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