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artothek zeigt Mixed-Media-Rauminstallation „Voices“ von Tessa Knapp

Der ästhetische Moment des musikalischen Hörens

20. Januar 2016 | 08:30 | ehu
Tessa Knapp vor einer ihrer Projektionen in der artothek. Foto: ehu

Tessa Knapp vor einer ihrer Projektionen in der artothek. Foto: ehu

Die Nierentisch-Architektur des artothek-Ausstellungssaales mit seiner geschwungenen Empore hat Tessa Knapp sofort in seinen Bann geschlagen. „Es gibt keinen besseren in Köln“, schwärmt sie. Jetzt hat sie ihn für ihre Mixed-Media-Rauminstallation „Voices“ in einen imaginären stimmenreichen Treffpunkt verwandelt.

Zwei Jahre lang hat die 34-jährige Kölner Medienkünstlerin Antworten auf ihre Frage „Können Sie einen Moment beschreiben, in dem Sie sehr stark Lebendigkeit empfunden haben?“ nach dem Selbst gesammelt. Vor allem bei befreundeten Kollegen und Kolleginnen in und aus vielen Ländern, aber auch bei Flüchtlingen, die in den letzten zwei Monaten in Köln angekommen sind. Zusammengekommen sind Aussagen von 34 Menschen in 25 Sprachen, darunter Ungarisch, Finnisch, Persisch, japanisch, Englisch und Deutsch.

Diese Sätze werden jetzt – in zwölf Kapiteln zusammengefasst – fragmentarisch und in wechselnder Geschwindigkeit als Fließtext gleichzeitig an drei Stellen auf die Wände projiziert. Leicht versetzt ist dabei der Originalton zu hören. Dabei ist es Knapp wichtig, dass die Stimmen nicht zu „verstehen“ sind, damit die persönlichen Statements für sich wirken und nicht einer Person oder einer Kultur zugeordnet werden können. Aus diesem Grund hat sie auch alles in einheitliches Englisch übersetzt. Wichtiger ist ihr der ästhetische Moment des „musikalischen Hörens“ und Lesens subjektiver Empfindungen.

Tessa Knapp: Voices“ – bis 20. Februar 2016, artothek, Haus Saaleck, Am Hof 50, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221 22 332, Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-16 Uhr, Eintritt frei.

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