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Künstler unzufrieden mit Umsetzung des Förderkonzepts

Mehr Geld für Ateliers und ‚Off‘-Räume gefordert

7. Dezember 2015 | 15:30 | ehu
Mit einer Karte der 43 Kölner "Off"-Räume wirbt Kölns Kunstszene für die Kunststadt Köln. Repro: ehu

Mit einer Karte der 43 Kölner „Off“-Räume wirbt Kölns Kunstszene für die Kunststadt Köln. Repro: ehu

Kölns Künstler haben einiges zu bieten. Etwa – neben den Museen und Galerien – 43 „freie“ Ausstellungs- und Veranstaltungsorte. Doch sind sie unzufrieden mit dem, was 2012 mit dem „Förderkonzept Bildende Kunst“ versprochen und was daraus geworden ist. Bei der letzten Sitzung des Kulturausschusses stellten sie ihre Forderungen vor.

Nicht erreicht wurde – so erklärten es die Szene-Vertreterinnen Petra Gieler und Doris Frohnapfel – demnach ein besseres Ausstellungsangebot etwa durch eine „Kunsthalle“, Zuschüsse und damit die Planungssicherheit der „Off“-Räume wurden nicht erhöht. Die Ateliersituation habe sich sogar verschlechtert. Weitere Vernetzungsinitiativen werden vermisst.

Unzufrieden sind die Künstler auch mit dem vierköpfigen Beirat, der das Kulturamt über die Vergabe der Fördermittel berät. Auf fünf Jahre gewählt, besteht er aus drei Experten und dem Kulturdezernenten beziwhungsweise einem von diesem benannten Vertreter. Zwei der Experten kann die Kunstszene vorschlagen, einen die Verwaltung. Gefordert wird eine „anteilige Besetzung“ durch Künstlerinnen und Künstler sowie mehr Transparenz.

Transparenz vermissen sie auch bei der Projektföderung, als „uneinheitlich“ wird die Förderung von alten und neu Geförderten beurteilt. Schließlich wünscht sich die Kunstszene bei städtischen Bauvorhaben, dass ein bis zwei Prozent der Baukosten für Kunst am Bau oder temporäre Projekte bereitgestellt werden. Etwas übertrieben kam ihnen selbst wohl die Feststellung vor, „eine städtische Pressearbeit für die freie Szene findet kaum statt“. Die Forderung nach mehr kostenloser attraktiver Werbefläche wurde mit der Anmerkung versehen „Absatz streichen oder zur Verfügung stellen“.

Kulturamtsleiterin Barbara Foerster erklärte dazu, dass derzeit das Förderkonzept überarbeitet werde, Ergebnisse aber noch nicht vorliegen. Sie verwies auf die verspätete Verabschiedung des Haushalts, was eine große Finanzierungsunsicherheit zur Folge habe. Außerdem habe man 80.000 Euro zusätzlich für freie Ausstellungsräume eingeplant.

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