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Internationale Filme zu Afrika

Theater am Bauturm zeigt Filme aus Afrika

22. September 2014 | 19:30 | red
Bild: ehu

Im Theater am Bauturm gibt es morgen eine interessante Veranstaltung. Ein 90-jähriger Farbiger berichtet über seine Erfahrungen während der Nazi-Dikatur. Bild: ehu/Archiv

Das Theater am Bauturm wird am morgigen Dienstag zum Schauplatz afrikanischer Filmkultur. Wie die Stadt Köln in der Vorwoche in einer Ankündigung bekannt gab, startet das Afrika Film Festival „Jenseits von Europa XIII“ am morgigen Dienstag um 19 Uhr mit einer Lesung. Der heute 90-jährige Theodor Wonja Michael rezitiert aus seiner Biografie „Deutsch sein und schwarz dazu – Erinnerungen eines Afro-Deutschen“, die er erst im vergangenen Jahr veröffentlicht hat.

In seinem Werk beschreibt der Autor, wie er als schwarzer Deutscher die Nazizeit überlebte. Theodor Michael musste bei einer Pflegefamilie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen und als Kind in „Völkerschauen“ auftreten. Später kamen Rollen in kolonialen Propagandafilmen der Nazis hinzu.

In dem anschließenden Dokumentarfilm „Pagen in der Traumfabrik“ von Annette von Wangenheim sind Ausschnitte aus den Propagandastreifen der Nazis mit schwarzen Komparsen zu sehen. Die Biographie geht darüber hinaus und erzählt auch von den Problemen in der Nachkriegszeit, als Schwarze in deutschen Filmen noch von geschminkten weißen Schauspielern gespielt wurden.

Der Eintritt zu diesem Abend kostet elf, ermäßigt sieben Euro. Das Afrika Film Festival „Jenseits von Europa XIII“ veranstaltet die Lesung und Filmvorführung in Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt, den Stimmen Afrikas/Allerweltshaus, dem Bauturm Theater, Filminitiativ Köln, Köln im Film, recherche international e.v., WDR1 und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.