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Gespräche mit Baufirmen ziehen sich hin, neue Ausschreibungen drohen

Opernsanierung: Kosten- und Zeitplan weiter unsicher

5. Dezember 2016 | 16:30 | ehu
Foto: ehu/Archiv

Mit Optimismus und glücklichen Mienen wurde im Juni 2014 Richtfest an der Oper gefeiert. Reichlich verfrüht, wie sich ein Jahr später herausstellen sollte. Foto: ehu/Archiv

404 bis 460 Millionen Euro wird die Sanierung der Oper kosten“, kalkulierte Bernd Streitberger, als er in diesem Mai sein Amt als technischer Betriebsleiter der Oper antrat. Seine Aufgabe: Den Baupfusch aufarbeiten. Wie schwierig es ist, genaue Angaben zu Kosten und Terminen zu machen, erläuterte er bei der letzten Sitzung des Rats-Unterausschusses Kulturbauten.

Frühestens im Sommer 2017 könne er eine fundierte neue Kosten- und Terminplanung vorlegen, hatte er seinerzeit erklärt. Auch das scheint jetzt fraglich. Beispiel: Die Verhandlungen mit den Baufirmen, die mit der Sanierung betraut waren. Haben sie ordentlich gearbeitet? Können sie weiter beschäftigt werden? Treibt das die Kosten hoch? Diese Kernprobleme müssen mit 63 beteiligten Firmen verhandelt werden, die 93 Gewerke vertreten.

Für mehr und schnellere Verhandlungen fehlt der Stadt das Personal

Das ist sehr mühsam und schwierig“, beschreibt Streitberger die Verhandlungen, lediglich drei bis vier würden in einem Monat erfolgreich beendet. Um die Quote nach oben zu treiben, fehle es aber an Personal. Bislang sei man erst in 20 Prozent der Fälle zu einer Einigung gekommen. Auch zu Kündigungen – etwa des Estrichverlegers – sei es gekommen.

Falls Neuausschreibungen nötig sind, seien Zeitverzögerungen von bis zu neun Monaten unvermeidlich, warnte Streitberger. Problematisch sei auch, dass das neue Büro, das Planung und Einbau der Gebäudetechnik überwachen soll, erst im nächsten Sommer eine neue Planung vorlegen kann. Ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer: Einige Firmen arbeiten ihre Mängel ab. Darunter sogar die in Insolvenz gegangene Firma Imtech.

Inzwischen hat der Rat Sanierungskosten in Höhe von 404 Millionen Euro genehmigt. Ob mehr gebraucht wird? 248 Millionen Euro wurden bis jetzt schon ausgegeben.

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