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„Janz schön jeheim“: Die neue Karnevalsoper von 'Cäcilia Wolkenburg'

NSA spioniert Kölner Karneval aus

19. November 2015 | 07:00 | ehu
Was hat der US-Präsident (Herbert Kurth) mit Mrs. Lipinski (Manuel Anastasi) vor? Noch ist alles „Janz schön jeheim“. Foto: ehu

Was hat der US-Präsident (Herbert Kurth) mit Mrs. Lipinski (Manuel Anastasi) vor? Noch ist alles „Janz schön jeheim“. Foto: ehu

Man hätte es wissen können: Der US-Geheimdienst NSA spioniert auch im Kölner Karneval. Aufgedeckt hat das der Theaterautor und Regisseur Kalle Kubik. Seine närrischen Erkenntnisse hat er für „Cäcilia Wolkenburg“ umgesetzt. „Janz schön jeheim“ heißt das „Zillchen“ für die Karnevalssession 1016.

Es ist ja auch verständlich: Wenn im Schatten des Doms die „Weltherrschaft des Karnevals“ ausgerufen wird, müssen den Yankees die Knochen schlottern. Vielleicht sind die Holzgewehre und Konfettikanonen ja doch gefährlicher, als es den Anschein hat. Flugs schicken die Schlapphüte – gegen den Willen des US-Präsidenten – einen Geheimagenten nach Köln.

Doch es kommt, wie es im Karneval kommt: Der Spion verliebt sich in ein kölsches Mädchen. Das kann nur mit Happy End enden – aber wie genau, will Kubik noch nicht verraten. Nur eine Andeutung: Das Publikum erwarten drei Überraschungsgäste…

Erstmals machen die singenden Männer keinen Ausflug in die Vergangenheit

Mit dieser Geschichte greift man erstmals ein aktuelles Thema für die Karnevalsoper auf. Bislang wilderte man Themen und Musik ausschließlich in der Vergangenheit, Römerzeit eingeschlossen. Der Merkel-Spruch „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“ nach den ersten NSA-Enthüllungen hat Kubik dann inspiriert. „Modernes“ zieht auch in Ausstattung, Bühnenbild und Inszenierung ein: „Comic-Stil“ mit Videos und Projektion ist angesagt.

Die Musik reicht von Beethoven über Bernstein und den Beach Boys bis zu den Bläck Fööss, es spielen wieder die Bergischen Symphonikern unter Bernhard Steiner. Traditionalisten seien beruhigt: Das Männerballett bleibt! Schließlich ist es ein Markenzeichen des rund 100 Männer „zwischen Mitte 20 und über 80“ starken Ensembles.

Gespielt wird im nächsten Jahr im „weißen Zelt“, das gerade auf dem Barmerplatz vor der Kölner Messe aufgebaut wird. Tommy Engel präsentiert hier seine Weihnachtsshow. Es hat etwas gedauert, bis diese Spielstätte nach zahlreichen Angeboten und Verhandlungen gefunden wurde. Auch Cäcilia Wolkenburg, bis dahin immer Gast in der Oper, ist ein Opfer der geplatzten Wiedereröffnung des Hauses am Offenbachplatz. 

Die Opern-Interimsspielstätte Staatenhaus ist dem „Zillchen“ zu klein

Wir waren mittten in den Proben“, erinnert sich Ensemble-Urgestein Manfred Kölzer, „als im Juli die Schreckensnachricht kam.“. Man habe aber nie an Aufgabe gedacht. Dass man nicht im Staatenhaus auftritt, der neuen Interimspielstätte der Oper, liegt nach Auskunft von Gerd-Kurt Schwieren ganz allein am geringeren Platzangebot. „Wir haben in der Vergangenheit im Schnitt immer 40.000 Zuschauer gehabt“, erklärt der Präsident des Kölner Männer-Gesangsvereins, zu dem Cäcilia Wolkenburg gehört. Im Staatenhaus aber gebe es nur 800 Plätze – zu wenig, um allen Fans einen Besuch möglich zu machen. Zumal die Session diesmal außergewöhnlich kurz ist.

Am kommenden Freitag, dem 20. November, beginnt der Vorverkauf für die insgesamt 24 Vorstellungen. Vorpremiere ist 9. Januar, am 9. Februar fällt der letzte Vorhang. Die Preise reichen von 25 bis 70 Euro und sind damit in den unteren Preisklassen nicht gestiegen.

Tickets: Opernkasse (Opern-Passagen am Offenbachplatz, neben dem 4711-Haus, Mo-Sa 10-19 Uhr, Tel. 0221 / 22 12 84 00, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 11-19.30 Uhr, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de) sowie über KölnTicket und die angeschlossenen Vorverkaufsstellen.

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