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Verschiebung des Eröffnungstermins der Oper

Kommentar zur gestrigen Sitzung des Hauptausschusses

4. August 2015 | 08:45 | red
Nur noch weniger als fünf Monate – dann soll das Bauchaos verschwunden und das Schauspielhaus bespielbar sein. Foto: ehu

Die Sanierung des Opernquartiers dauert. Nun beginnt die Aufarbeitung der Fehler. Foto: ehu/Archiv

Die Verschiebung des Eröffnungstermins an sich ist kein Skandal. Die Art und Weise, wie die Stadt trotz dauernder Beteuerungen trotzdem ihre Unfähigkeit eingestehen muss, komplexe Bauprojekte angemessen und zielführend zu managen, schon.

Jedem Experten hätte spätestens nach der Berufung eines neuen Projektsteuerers klar sein müssen, dass es nicht gut steht um die Oper. Allerdings tragen Rat und Verwaltung hier gemeinsame Verantwortung, ganz im Sinne der Gemeindeordnung.

So richtig und wichtig die Kritik an der Verwaltung, so naivv und gutgläubig scheinen die Ratspolitiker bisher den Ausführungen der Verwaltungshandelnden nachgelaufen zu sein. Dass die Projektampel schon vor mehr als einem Jahr auf Rot stand, musste allen bekannt sein. Auch die fortgeschriebenen Monatsberichte enthielten dezidierte Angaben zu Risiken und Mängeln.

SPD-Chef Martin Börschel, Meister des gesprochenen Wortes, liegt wohl richtig, als er sinngemäß betonte. Es konnte nicht sein, was nicht sein dürfte, gemeint war die nun unvermeidliche Verschiebung des Eröffnungstermins und damit ein kulturpolitisches Debakel. So marschierten alle – Rat und Verwaltung – in eine selbstverschuldete Krise, deren Lösung den Steuerzahler nun viele Millionen Euro kosten wird. Und es zeigt sich erneut, dass öffentliche Bauherrn mit komplexen Bauprojekten dieser Größe wenig Erfahrung und noch weniger Fortune haben.

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