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Theater

So schön besoffen war „Herr Puntila“ noch nie
18. Februar 2012 | 17:55 | red

Einen Betrunkenen spielen – das ist für jeden Schauspieler eine Herausforderung. Auch für Charly Hübner. Er macht daraus eine einzigartige Klamotte, torkelt über die Bühne, wälzt sich auf dem Boden, slapstickt und lallt, greift sich in den Schritt und geht den Damen lustbockig an die Wäsche. Als „Herr Puntila“ ist er zweifellos der Mittelpunkt in Herbert Fritschs Inszenierung von Berthold Brechts Volksstück im Schauspiel Köln.



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Vom Nasenhaarentferner zum Seitensprung
12. Februar 2012 | 14:00 | red

Nein, eine Message hat die Boulevard-Komödie „In jeder Beziehung“ nicht. Versichert jedenfalls Rampensau Jochen Busse am Schluss. Und wenn doch? Dann ist sie mit viel Witz und Tempo verpackt. Immerhin geht es um durchaus gewichtige Themen wie Routine in der (ehelichen) Liebe, um Befreiungsversuche, um die Suche nach sexueller Erfüllung. Dass alles happy endet, ist selbstverständlich – und wurde im Theater am Dom vom Premierenpublikum begeistert gefeiert.



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Kleists Sprachkunst in Sprechkunst verpackt
31. Januar 2012 | 09:00 | red

Mit einer faszinierenden Interpretation der besonderen Art ehrt das Schauspiel den Schriftsteller Heinrich von Kleist. Laurent Chétouane hat sich dessen Erzählung „Das Erdbeben in Chili“ ausgesucht, das er in der Halle Kalk mit zwei Schauspielern, einer Schauspielerin und einem Musiker inszeniert.



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Ismene zwischen Anpassung, Widerstand und den Tücken der Technik
18. Januar 2012 | 20:00 | red

(ehu) Widerstand oder Anpassung? Wer hat die Macht und wer die Moral auf seiner Seite? Es sind klassische Menschheitsfragen, schon die antiken Dichter machten sie zu ihrem Thema. Das reizt immer wieder, ihre Theaterstücke der aktuellen Zeit anzupassen. So auch – frei nach Sophokles – „Der Ismene-Komplex – Psychose 2011“ im Theater im Bauturm. Doch die Inszenierung verhebt sich im hohen Anspruch, verzettelt sich in möglichen Interpretationen und verfängt sich – zumindest in der Premiere – in den Tücken der Technik.



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Theater im Bauturm: Faust und Frau Müller retten die Jahresbilanz
11. Januar 2012 | 18:00 | red

Eine gemischte Bilanz zieht Gerhard Haag, Leiter des Theaters im Bauturm, für 2011. Nachdem das erste Halbjahr „nicht super befriedigend“ gewesen sei, habe es zum Schluss einen „ glänzenden Endspurt gegeben“. Als Publikumsrenner haben sich „Frau Müller muss weg“ und „Faust I“ erwiesen, die Inszenierung des Goethe-Klassiker wurde im Dezember mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnet. Beide Stücke, so Haag, seien auch schon für den Januar ausverkauft.



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Theater macht sich und Leni Riefenstahl den Prozess
8. Januar 2012 | 18:00 | red

Jeder ist schuldig, jeder Mensch ist Täter und Opfer zugleich – ein resignierendes Nicht-Urteil am Ende der „Kölner Prozesse“ über die Verstrickung der Leni Riefenstahl in die Verbrechen des Nationalsozialismus? Zumindest ist es das Fazit nach einer gründlichen Untersuchung des allgemeinen Problems von Schuld, Sühne und Verantwortung, das sich die Theatergruppe „Analog“ in ihrem Stück „Leni Riefenstahl“ vorgenommen hat.

Ein letztlich jedoch unbefriedigendes Fazit, über das allerdings der facetten- und einfallsreiche Blick von Autor und Regisseur Daniel Schüßler sowie die hervorragende Leistung des Darsteller-Quartetts Dorothe Förtsch, Mirco Monshausen, Ingmar Skrinjar und Rabea Wyrwich mehr als nur hinwegtrösten. Dafür gab‘s den verdienten Premierenbeifall ind er Studiobühne.

Die enge Verbindung zu Hitler hat Riefenstahl geleugnet

Wer war Leni Riefenstahl, die 2003 im Alter von 101 Jahren starb, und wie ist ihre Kunst zu bewerten? Sie war Hitlers Lieblingsregisseurin, ihre film-ästhetische Umsetzung der Reichsparteitage und der Olympischen Spiele 1936 in Berlin war die perfekte Interpretation des faschistischen Körperkults. Nach 1945 verleugnete sie ihre engen Verbindungen zu Hitler, bezeichnete ihre Kunst als unpolitisch und neutral.

Eine Auffassung, der sich auch heute noch viele anschließen. Ihren Anhängern gab sie neue Munition, als sie in den 1970er Jahren ein neues Objekt für ihre Körper-Verherrlichung entdeckte: die Nuba in Afrika, „dem Ariertum weit überlegen“, wie es bitter-ironisch kommentiert wird. Auch als Tanzlehrerin von Hitler, als „Ausdruckskletterin“ und „Reichsgletscherspalte“ wird Riefenstahl genüsslich und zur Freude des Publikums attackiert.



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Theaterjugend macht „Totenschiff“ flott
8. Januar 2012 | 12:00 | red

B. Traven hat den Hoffnungslosen dieser Welt in seinem „Totenschiff“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Den Roman aus den später 1920er Jahren hat der Kölner Jugendtheaterclub „Rheinische Rebellen“ unter dem Titel „Fluch der Hoffnung“ in beeindruckender Weise inszeniert und dabei auch den Bogen zu den Hoffnungslosen von heute geschlagen: den Illegalen, den „Papierlosen“, die von Wirtschaft und Privaten ausgenutzt und oft genug wie moderne Sklaven gehalten werden.

Es ist die Geschichte des Seemanns Gales, der in Antwerpen sein Schiff verpasst und nun ohne Papiere von der Bürokratie zwischen Belgien und Holland hin und her geschoben wird, Schließlich gelingt es ihm auf dem „Totenschiff“, dem rostigen Frachter Yoricke, anzuheuern. Dort trifft er auf Menschen, die das gleiche Schicksal haben wie er, Rechte haben sie keine, werden stattdessen wie Sklaven behandelt. Schließlich wird das Schiff ohne Rücksicht auf die Matrosen versenkt – ein klassischer Versicherungsbetrug.

Der Mensch kann hoffen – und das Fluch, nicht Segen

Was unterscheidet den Menschen vom Tier, was lässt ihn – anders als dieses – die größten Qualen erdulden? Die Hoffnung, dass es vielleicht doch besser wird. Dieses Gefühl – kein Segen, sondern Fluch – durchzieht den Roman und die Inszenierung. In gekonnten Szenen gelingt es den vierzehn jugendlichen Darstellern – darunter nur drei junge Männer – unter der Regie von Anna Horn Angst, Verlassenheit, Entindividualisierung und eben auch Hoffnung auf die Bühne zu bringen.

Dazu nutzen sie ein breites Spektrum von Darstellungsmitteln bis hin zu Discotanz, Film und Wasserbad. Ein variables Bühnenbild, bestehend aus Containern der unterschiedlichsten Art, hilft dabei. Es ist eine gleichmäßig gute Ensembleleistung, herausragende Solisten gibt es nicht: Jeder darf einmal die Hauptrolle spielen. Es wird allerdings ein bisschen zu oft geschrieen – und dann wird der Text unverständlich.



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Othello zwangsmodernisiert
22. Dezember 2011 | 17:00 | red



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Molieres „Geizigen“ auf den Kopf gestellt
12. September 2011 | 16:12 | red



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