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Art.Fair Köln wird zur Art Düsseldorf

Weggang der Art.Fair Köln ein Verlust?

30. Oktober 2016 | 13:42 | red
Die Installation des Kölner Künstlers Bernd Reiter "Ironie des Schicksals" thematisiert die Eskalation des Kalten Krieges. Bild: ag

Die Installation des Kölner Künstlers Bernd Reiter „Ironie des Schicksals“ thematisiert die Eskalation des Kalten Krieges. Die Art.Fair soll zum letzten Mal in Köln stattfinden. Bild: ag

Am gestrigen Samstag verkündeten die beiden zuständigen Verantwortlichen Andreas Lohaus und Walter Gehlen, dass die seit Mittwoch laufende Kunstmesse Art.Fair Köln zukünftig und unter anderem Namen in Düsseldorf stattfinden wird.

Das sorgte für Diskussionsbedarf, denn nicht alle sind mit der Entscheidung einverstanden. Dabei haben die beiden Messe-Direktoren gute Gründe für ihre Standortentscheidung vorgebracht. So soll die Art.Fair – oder Art Düsseldorf, wie sie zukünftig heißen soll – vor allem von der blühenden Kunstszene und der hohen Kaufkraft der Landeshauptstadt profitieren. Sie soll weiterhin im Herbst stattfinden und so das Pendant zur Art.Cologne bilden, die weiterhin in der Kölnmesse und im Frühjahr stattfinden wird.

Die Kölner SPD erhebt jedoch schwere Vorwürfe in Richtung Kölnmesse. „Die Kölnmesse hat von Anfang an mit der Etablierung der privat getragenen Art.Fair in der Nähe der Messe gefremdelt. Alle – auch von unserer Seite – gestarteten Versuche, dieser Kunstmesse in engerer Kooperation mit der Kölnmesse Möglichkeiten der Weiterentwicklung zu eröffnen, sind leider nicht erfolgreich gewesen. Hoffentlich nicht deswegen, weil man eine unerwünschte Konkurrenz nicht dulden wollte. Die Leidtragende dieser Entscheidung ist klar die Kölner Kunstszene“, erklärte SPD-Fraktionschef Martin Börschel.

Das ist ein sehr bedauerlicher Verlust für den Kunststandort Köln. Die ART.FAIR hat mit ihrem Angebot den Kölner Kunstmessestandort ideal ergänzt. Mit ihrem Fokus auf moderner und zeitgenössischer Kunst im niedrigpreisigeren Bereich deckt sie ein Segment ab, das auch breiten Bevölkerungsschichten den Zugang zu Kunst ermöglicht. Zudem hat die ART.FAIR immer auch einen besonderen Blick auf hochaktuelle junge Kunstprojekte gewagt, die Kölner Kunstszene damit inspiriert und auf eine ganz eigene moderne Art bereichert. Das wird Köln zukünftig fehlen“, ergänzte Dr. Barbara Lübbecke, Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat.

Für Art.Cologne-Direktor Daniel Hug sieht das allerdings anders aus. Er widersprach der Darstellung, dass der Umzug ein Verlust für die Kölner Kunstszene sei. Zur Standortentscheidung der beiden Messe-Direktoren wollte sich Hug indes nicht äußern, machte aber darauf aufmerksam, dass die beiden Verantwortlichen bereits früher die Messe in Düsseldorf etablieren wollten, damit aber gescheitert waren. Wichtige Galerien seien nach Meinung Hugs jedoch nicht Aussteller der Art.Fair. Dessen Name habe vor allem im Ausland zu Verwechselungen geführt, räumte Hug allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur dpa ein.

Die Art.Fair verzeichnet in diesem Jahr mehr als 100 Aussteller, rund die Hälfte kommen aus dem Ausland. Die Messe hat am heutigen Sonntag ihren letzten Tag.

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