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Besuch in der Bundeshauptstadt

Wenn schon, dann begeistert Berlin

25. November 2016 | 16:45 | ag
Der Potsdamer Platz lockt Besucher mit seiner modernen Architektur. Bild: ag

Der Potsdamer Platz lockt Besucher mit seiner modernen Architektur. Bild: ag

Mit den Lyrics von Leonard Cohen „First we take Manhattan, then we take Berlin“, die 1988 veröffentlicht wurden, schießt der Pfeil jeglicher Reisebeschreibung ins Schwarze. Berlin, der Big Apple Europas, der Hub der Hippster, ist ganzjährig einen Besuch wert.

Wenn schon in eine deutsche City, die niemals schläft, dann schon in den Stadtstaat an der Spree mit seiner unermesslichen Dimension. Über ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall laden den Kurzurlauber bei einem Wochenendtrip die weltoffenen Ausmaße der Metropole zu grenzenloser Abwechslung ein.

Berlin als Schmelztiegel der Kulturen und Nationalitäten, der geschichtlichen Entwicklung und seiner Eingeweide: Es gibt aktuell kaum einen eindrucksvolleren Bezirk als Kreuzberg, um bei einer Sightseeing Tour einen Blick hinter die Kulissen des in vielen Jahrhunderten „großbürgerlichen“ Berlins zu wagen. Der Kontrast zur „Wildheit“ mitsamt urbanen „Wildwüchsen“ scheint frappierend. Es grüßt blitzartig die Kult-TV-Serie „Liebling Kreuzberg“ mit dem dieser Tage verstorbenen Manfred Krug.

Zuweilen bekommt der Spaziergänger den Eindruck, dass ästhetische Realitäten erstmal zu sortieren sind. Dafür punktet die Liste an Informationen über historische Genese und Gentrifizierung rund um das Kottbusser Tor und den Lausitzer Platz am Görlitzer Bahnhof. Auch das sagenumwobene, von den Medien als Skandalbezirk betitelte Neukölln wäre von hier direkt zu erreichen. Doch sehnt man sich als Ausflugsgast nach etwas Ruhe und Beschaulichkeit.

Zum Angebot steht eine Stadtrundfahrt per Schiff, die von der Hektik Downtown Berlin wegschippert. Als Startpunkt geeignet die Anlegestelle „Am Weidendamm“ in Bezirk Mitte mit dem Großstadtflair der angesagten Friedrichstraße. Praktisch um die Ecke liegt das Designhotel Maritim proArte, vielen durch seine markante Glasfassade ein Begriff. Bevor es „Unter den Linden“ zum Brandenburger Tor geht, wird der Gaumen im hoteleigenen Restaurant „Berlin Tapas“ verwöhnt.

Am Puls der Zeit mit Familienanschluss

Das Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg wurde 1847 als Krankenhaus eröffnet. Bild: ag

Das Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg wurde 1847 als Krankenhaus eröffnet. Bild: ag

Die Bundeshauptstadt schmückt sich großzügig mit Internationalität. Wenn Zentralität und Professionalität als Faktoren hinzukommen, wird die Kür zum Erfolgsstück. So geschehen beim zweiten Berliner Maritim Hotel, das im Botschaftsviertel am Tiergarten gegenüber der Stauffenberg-Gedenkstätte seine Tore 2005 eröffnete. Fußläufig zu erreichen lässt sich das Kulturforum, das bis Januar 2017 die wichtige Ausstellung „Romantik und Moderne“ zeigt.

Als Hotelmanagerin hat Claudia Damsch-Oepping neun Jahre die betrieblichen Abläufe mit 240 Mitarbeitern aus 18 Nationen verantwortlich geführt. Über die Hotellerie – besonders hier am tickenden Puls der Zeit – könnte sie romanfüllende Geschichten erzählen, spannend, nah am Menschen und niemals langweilig. Seit Anfang Oktober bekleidet die 47-Jährige die Position der Regionaldirektorin, wobei sie unter anderem Maritim-Adressen an der Ostsee strategisch und konzeptionell betreut.

Sie freut sich auf die persönliche Herausforderung, schon allein aus dem Grund, weil sie ihre Ausbildung als Hotelkauffrau am Timmendorfer Strand absolviert hat. Wichtige Dinge verlaufen im Leben nach einem bestimmten Plan und irgendwann wieder zusammen: „Was mich an der Hotelbranche fasziniert, dass jeder Tag anders ist“, erklärt die gebürtige Ostwestfälin, die regelmäßig ihr Patenkind in Köln besucht. „Es ist ein toller Job, ich würde ihn immer wieder machen.“ Für sie stelle sich ihre Tätigkeit „mit Familienanschluss“ dar, denn in den diversen Häusern der Hotelkette arbeiten viele langjährige Kollegen.

Friedrichstadt-Palast mit THE ONE

Einen quasi Gedankenspagat nur entfernt zeigt ein spektakuläres Haus der ganz anderen Kategorie derweil Revue-Superlative. Im Friedrichstadt-Palast feierte kürzlich die neue Produktion „THE ONE Grand Show“ Premiere. Laufzeit soll bis 2018 sein. Über 100 Künstlerinnen und Künstler aus 26 Ländern stehen auf der größten Theaterbühne der Welt. Die 500 glamourösen Kostüme entwarf Star-Couturier Jean Paul Gaultier.

In THE ONE Grand Show wird ein seit Jahren leerstehendes Revuetheater durch Gesang, Tanz und atemberaubender Artistik einer Party aus dem Tiefschlaf gerissen. Die Gegenwart wie auch der Glanz vergangener Epochen verschwimmen in sphärisch collagierten Bildern und Szenen. Entertainment der Extraklasse und des Gänsehautgefühls. Leonard Cohen schrieb damals in seinem besagten Song die Zeile „Ah remember me, I used to live for music“.

Die Recherchemöglichkeit wurde unterstützt durch den Hotelbetreiber Maritim.

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