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Stadt und Polizei stellen Einzelheiten des Sicherheitskonzepts für Silvester vor

Am Dom Chorgesang statt Böller

12. Dezember 2016 | 19:00 | ehu
Die Sicherheitszone um den Dom. Hier wird ab 17 Uhr scharf kontrolliert. Grafik: Stadt Köln

Die Sicherheitszone um den Dom. Hier wird ab 17 Uhr scharf kontrolliert. Grafik: Stadt Köln

Mit 1500 Polizisten das Zehnfache vom Vorjahr: So will Polizeipräsident Jürgen Matthies in diesem Jahr dafür sorgen, dass in Köln „friedlich und fröhlich“ Silvester gefeiert werden kann. Auch die Stadt rüstet auf, schickt – inklusive privater Sicherheitsdienste – 600 Ordnungskräfte auf die Straße. Schließlich: Böller-Verbot rund um den Dom.

Am Montag stellten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Jürgen Matthies für die Landespolizei und Wolfgang Wurm für die Bahnpolizei Pressevertretern aus dem In- und Ausland Einzelheiten für das Sicherheitskonzept zum Jahreswechsel vor. Dies war in „enger Zusammenarbeit“ erarbeitet worden, betonten alle.

Auch an Silvester und Neujahr werde man die Einsätze eng koordinieren. Zudem hätten sich Teile des Konzept schon bei den Großereignissen dieses Jahres wie Karneval, CSD oder Demonstrationen mit vielen Tausenden Teilnehmern bewährt. Die gemeinsame Sicherheitskonferenz wird noch einmal vor Weihnachten tagen.

Polizeichef Matthies: „Habe alle Einsatzkräfte bekommen, die ich beantragt habe“

Die 1500 Landespolizistinnen und –polizisten werden auf den Straßen unterwegs sein, unter anderem in über 300 Dreier-Teams, deutlich erkennbar und jederzeit ansprechbar. Auch fünf Hundertschaften sind dabei, weitere vier Hundertschaften stehen landesweit bereit. „Ich habe alles bekommen, was ich beantragt habe“, erklärte Matthies. Außerdem wird das Personal in der Zentrale und den Dienststellen verstärkt. Gleichzeitig appelliert Matthies an alle Bürgerinnen und Bürger, kritische und gefährliche Vorfälle sofort unter der Notrufnummer 110 zu melden.

In den nächsten Tagen beginnt die Installation von Videokameras rund um den Hauptbahnhof und den Dom. Weil der Auftrag „über eine Million Euro“ umfasst, musste er europaweit ausgeschrieben werden, was einige Monate Zeit kostete. Alle Aufnahmen werden zwischen 10 und 24 Uhr direkt in eine Zentrale zur Überwachung übertragen und die gesetzlich erlaubten 14 Tage gespeichert. Im nächsten werden Jahr folgen Videokameras an den Ringen und rund um die Zülpicher Straße. Hier wird zwischen 23 und 7 Uhr morgens überwacht.

Bahnpolizei verstärkt ihr Sicherheitspersonal auf das Fünffache von 2015

Die Bahnpolizei setzt 250 Einsatzkräfte mehr als im Vorjahr ein. Landesweit werden es 800 Beamte sein, fünfmal so viel wie im Vorjahr, dazu 250 Mitarbeiter der DB Sicherheit. Uniformiert und in Zivil sind sie auch in den Zügen unterwegs, um schon im Vorfeld klären zu können, wer unterwegs sei. im Einsatz sein. Für Köln sind etwa 300 „reserviert“.

Im Hauptbahnhof wurden 200 Kameras mit der „neuesten Videotechnik“ ausgerüstet, der Bahnhofsvorplatz wird besser ausgeleuchtet. Die Bahnpolizisten werden mit „Bodycams“ ausgerüstet , um ein „Höchstmaß an Dokumentation“ zu sichern.

Der Kölner Dom. So stellt sich der Lichtkünstler Philipp Geist den Silvesterabend 2016 vor. Sein Konzept erhielt nun grünes Licht der Verantwortlichen. Visualisierung: Studio Philipp Geist

So soll die „spektakuläre multimediale Lichtinszenierung“ Von Philipp Geist auf der Domplatte aussehen. © Philipp Geist/A. Kroll-Marth

Ab 17 Uhr am Silvesterabend ist die Domumgebung nur noch nach gründlicher Kontrolle zugänglich. Bereits eine halbe Stunde zuvor wird der Dom weiträumig durch hüfthohe Gitter abgesperrt. Zugang in die Schutzzone ist dann nur durch 50 kontrollierte Eingänge möglich. Man geht davon aus, pro Minute fünf Menschen kontrollieren zu können. Böller und Raketen sind in der Sicherheitszone tabu. So soll die Teilnahme und ungestörte Durchführung des Gottesdienstes im Dom sichergestellt werden.

Ab 20 Uhr wird die Deutzer Brücke in beide Richtungen für Fahrzeuge gesperrt, die Zoobrücke ab 22 Uhr für Fußgänger und Radfahrer, die Severinsbrücke voraussichtlich ab 22 Uhr in Fahrtrichtung Innenstadt. Die Hohenzollernbrücke wird nach den chaotischen Zuständen des Vorjahres ganz gesperrt. Autofahrer müssen mit Straßensperrungen rund um den Dom rechnen, bei Bedarf werden auch der Hohenzollernring und die Straßen im Zülpicher Viertel gesperrt.

Nicht zugänglich werden die Treppen des Rheinboulevards sein, wohl aber das Gelände oberhalb davon. Auf der Treppe wird ein bengalisches Feuerwerk das neue Jahr begrüßen. Um 24 Uhr wird im Dom auch der „Dicke Pitter“ läuten, die mit 24 Tonnen größte freischwingende Glocke der Erde.

Für Mädchen und Frauen wird ab 21 Uhr auf dem Alter Markt ein Beratungsmobil als Anlaufstelle stehen. Dies wird zusammen mit der „Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt“ organisiert und ist bis 3 Uhr morgens erreichbar (Tel. 221-27777). Streetworker werden sich um hilfsbedürftige Jugendliche kümmern.

Chorgesang und Lichtinstallation sollen das Image von Köln international verbessern

Das Sicherheitskonzept für Silvester 2016 erfreut sich größten Interesses bei der in- und ausländischen Presse. Foto: ehu

Das Sicherheitskonzept für Silvester 2016 erfreut sich größten Interesses bei der in- und ausländischen Presse. Foto: ehu

Ab 17 Uhr finden auf dem der Domplatte ein Mitsing-Konzert des Chors „Gospel Cologne“ statt. Außerdem tritt der Chor „Grenzenlos“ auf, der sich aus Mitgliedern des „Jugendchors St. Stephan“, den „Lucky Kids“ und jungen Flüchtlingen zusammensetzt. Gleichzeitig startet die Lichtinszenierung des Berliner Künstlers Philipp Geist. Er wird Begriffe wie Zeit, Zukunft, Vergessen, Erinnerung oder andere, die ihm von Kölner zugesandt wurden, in bunte, bewegliche Lichtzeichen umsetzen und auf die Domplatte projizieren.

Durch die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, aber auch diese Lichtinstallation hofft vor allem OB Reker, dass künftig das Bild von Köln als sicherer Stadt die Bilder der Übergriffe von 2015 ablöst.

Weitere Informationen über alle Sperrungen finden sie auch im Internet unter: www.stadt-koeln.de.

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