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Stadt, Verkehrsbetriebe und Polizei stellen Konzept für Weihnachtsverkehr vor

An den Adventssonntagen kommen die meisten Besucher

23. November 2016 | 09:00 | ehu
Die Ruhe vor dem Sturm: Zwei städtische Ordnungskräfte harren auf der Komödienstraße der Busse, die unausweichlich kommen werden. Foto: ehu

Die Ruhe vor dem Sturm: Zwei städtische Ordnungskräfte harren auf der Komödienstraße der Busse, die unausweichlich kommen werden. Foto: ehu

Lasst das Auto zu Hause. Kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln!“. Auch in diesem Jahr hofft die Stadt, dass möglichst viele Besucher der sieben Kölner Weihnachtsmärkte diesen Rat befolgen. Damit der erwartete Ansturm die City nicht lahmlegt, gibt es auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Verkehrskonzept.

Dabei werden weniger Gäste aus Großbritannien, USA und Fernost erwartet. Josef Sommer, Geschäftsführer von Kölntourismus, rechnet mit „nur“ 5,5 Millionen. Im Vorjahr waren es sechs Millionen. Als Grund führt er nicht nur die Ereignisse von Silvester 2015 an. Er nennt auch die US-Wahlen („in Wahljahren werden generell weniger Reisen gebucht“), den Brexit („dadurch ist in England die Kaufkraft gesunken“) sowie die Terroranschläge von Paris und Brüssel. Als Reaktion hätten sich die Touristen aus Fernost Reiseziele in Osteuropa gesucht.

Doch aus dem Umland und dem benachbarten Ausland dürften kaum weniger Besucher kommen als im Vorjahr. Es wird – vor allem an den vier Adventssamstagen wieder mit jeweils bis zu 3600 Bussen gerechnet. „In der Werbung haben wir verstärkt darauf geachtet, dass auch andere Tage angeboten werden“, hofft Sommer auf eine leichte Entspannung an den Wochenenden.

Wie schon bewährt, werden die Busse ihre Fahrgäste wieder an der Komödienstraße „ausladen“, dann unter anderem am Rheinufer parken und ihre Passagiere abends wieder an der Komödienstraße abholen. Auch an den Samstagen wird auf ein erprobtes Verfahren zurückgegriffen: Die Busse parken auf dem Deutzer Messeparkplatz, ein Shuttlebus bringt die Weihnachtsmarktbesucher von der Komödienstraße dorthin zurück. Erstmals wird es dort einen Imbisswagen geben.

Die Komödienstraße sei im Übrigen als „Anlieferpunkt“ alternativlos, so Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik. Man habe andere Plätze untersucht, doch dies sei der nächste und bequemste für die Besucher.

Stadt will verstärkt gegen „Parken in der zweiten Reihe“ vorgehen

Zur Erhöhung der Sicherheit wird die Stadt an den Samstagen ihr Ordnungspersonal auf 35 Mitarbeiter im Schichtdienst erhöhen. Außerdem sind sechs Fußstreifen und vier Motoradfahrer unterwegs, um an den Ausfallstraßen verstärkt das „Parken in zweiter Reihe“ zu ahnden – der Verkehr soll flüssig bleiben.

Gegen Taschendiebe sind Polizeibeamte in Uniforrm und in Zivil unterwegs. Wieviel Einsatzkräfte die Landespolizei insgesamt auf die Straße schickt, ist Betriebsgeheimnis. Nicht aber, dass sie an den Eingängen zu den großen innerstädtischen Fußgänger- und Einkaufszonen sechs Bullis als Anlaufstelle aufstellt. Außerdem wieder – in Zusammenarbeit mit Stadt und Bundespolizei – wieder das Sicherheitsmobil auf dem Bahnhofsvorplatz.

KVB und Nahverkehr Rheinland weiten ihr Angebot deutlich aus

Damit möglichst viele auf ihr Auto verzichten, haben KVB und Nahverkehr Rheinland (NVR) ihr Angebot an den Samstagen deutlich ausgeweitet. „Jeder Weihnachtsmarkt ist gut mit Bus und Straßenbahn zu erreichen“, wirbt KVB-Sprecher Stephan Anemüller. Diee KVB verdoppelt im Zeitraum von 11:30 bis etwa 20 Uhr zwischen Junkersdorf und Brück die Fahrten der Linie 1. Ebenso – und zwar schon ab 10:30 Uhr – auf der Linie 9 zwischen Ostheim und Neumarkt.

Vormittags verstärkt wird die Buslinie 132 von Meschenich zum Heumarkt, am Nachmittag bis in den frühen Abend in der Gegenrichtung. Die Zusatzbusse fahren im 30-Minuten-Takt. Am 4. Dezember, dem einzigen verkaufsoffenen Sonntag, werden die Linie 1 und die Linie 159 stärker befahren. Außerdem gelten – wie schon in den Vorjahren – die Tickets für die Parkhäuser Lanxess-Arena und Kaiser-Wilhelm-Ring an den Samstagen als Gruppenticket für Bus, Straßen- und S-Bahn im Stadtgebiet – und das gleich für fünf Personen.

Auch NVR und DB Regio setzen an den Samstagen zusätzliche Züge ab Siegen, Dortmund, Mönchengladbach, Gerolstein, Rommerskirchen und Euskirchen nach Köln ein. Jeweils 19 Sonderzüge bieten dann 35.000 zusätzliche Plätze. Zudem werden fast alle S-Bahn-Linien vom 30-Minuten- auf einen 20-Minuten-Takt umgestellt. Lediglich die S 6 zwischen Essen und Köln-Nippes fährt weiter im Halb-Stunden-Rhythmus. Ausdrücklich hingewiesen wird auch auf die über 70 „Park + Ride“-Parkplätze entlang der S-Bahn- und Regionalbahnstrecken.

Stadtmarketing-Chef enttäuscht von Filialisten auf der Hohe Straße

Mit einer weihnachtlichen Neugestaltung von Schildergasse und Breite Straße hofft der Einzelhandel, kauflustige Besucher von den Weihnachtsmärkten anzulocken. Enttäuscht zeigt sich Helmut Schmidt, Vorsitzender von Stadtmarketing Köln, von den Filialisten auf der Hohe Straße: Sie waren nicht zu neuem Dekor bereit.

Für den Einzelhandel sind die Monate November und Dezember die wichtigsten Umsatzmonate. So erzielt die Spielzeugbranche fast ein Drittel in diesem Zeitraum. In diesem Jahr ist die Adventszeit besonders wichtig. Die Nachwirkungen der Silvesternacht, die heißen Sommermonate und auch die „vielen Demonstrationen“ ließen bei einigen Geschäften den Umsatz um bis zu 15 Prozent zurückgehen.

Nun hofft man auf die vier Prozent, die laut Umfrage jeder Deutsche in diesem Jahr mehr für Weihnachtsgeschenke ausgeben will. Der Konkurrenz des Online-Handels – Experten prophezeien ihm ein Wachstum in diesem Jahr von zwölf Prozent – wollen einzelne Geschäfte mit einem Bring-Service entgegenwirken.

Verkehrsinformationen finden sie auch im Internet unter:

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