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Polizeibilanz zum Straßenkarneval in NRW

Auch die Bundespolizei sieht sich mit Taktik bestätigt

9. Februar 2016 | 17:30 | red
Symbolbild: Bundespolizei

Deutlich mehr Polizeipräsenz. Die Bilanz der Bundespolizei zum diesjährigen Straßenkarneval fiel ebenfalls positiv aus. Symbolbild: Bundespolizei/Archiv

Kurz nach der Landespolizei hat auch die Bundespolizei am gestrigen Dienstag ein Fazit der zurückliegenden Karnevalstage gezogen. Der Bahnreiseverkehr von und in die großen Metropolen verlief größtenteils friedlich.

„Der Spagat zwischen größtmöglicher Sicherheit und Freiheit für die Jecken ist gelungen“, so das Resümee von Wolfgang Wurm, Präsident der für Nordrhein-Westfalen zuständigen Bundespolizeibehörde mit Sitz in Sankt Augustin. „Die gemeinsam eng abgestimmten Sicherheitskonzepte mit unseren Netzwerkpartnern haben dazu geführt, dass sich der Bahnreiseverkehr anlässlich Karneval und auch die Bahnhöfe in NRW als überwiegend friedlich und sicher erwiesen haben“, so die Analyse des ranghöchsten Bundespolizisten im Rheinland.

Die Bundespolizei war angesichts der Karnevalstage und der anhaltend erhöhten abstrakten Gefahr durch den internationalen Terrorismus, mit einem angepassten Sicherheitskonzept und einem Großaufgebot von Einsatzkräften in den Bahnhöfen und Zügen, in Uniform und auch mit Zivilkräften, präsent. NRW-weit waren insbesondere im Bereich Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Münster in der Spitze bis zu 1000 Bundespolizeibeamtinnen und Bundespolizeibeamte in den Bahnhöfen und Zügen im Einsatz.

Dabei galt es, bei einer niedrigen Einschreitschwelle frühzeitig und mit allen rechtlich zulässigen und polizeilich gebotenen Mitteln gegen mögliche Straftäter vorzugehen. Zur besseren Identifizierung von Tätern setzte die Bundespolizei vorübergehend verstärkt auch Videotechnik – und anlassbezogen auch Polizeihubschrauber – ein. Zudem wurde der Bahnhofsvorplatz am Kölner Hauptbahnhof mit mobilen Lampen ausgeleuchtet. Die im Bahnhof zusätzlich eingerichtete Anlaufstelle der Bundespolizei wurde von den Reisenden positiv angenommen, hieß es dazu weiter. Ähnliche Erfahrungen hatte auch die Landespolizei in ihrem Abschussbericht zu Papier gebracht.

Die Bundespolizei registrierte NRW-weit am Weiberdonnerstag und Rosenmontag insgesamt rund 110 Strafanzeigen, vorwiegend wegen Diebstahl, Körperverletzung, Beleidigung oder Fahrgelddelikten. Darunter nahm die Bundespolizei bis dato zehn Strafanzeigen wegen „sexueller Beleidigung / Belästigung“ entgegen und ermittelte acht Tatverdächtige. Die Einsatzkräfte der Bundespolizei führten an den beiden Tagen rund 1400 polizeirechtliche Maßnahmen wie Platzverweise, Personenkontrollen, Gefährderansprachen oder Ingewahrsamnahmen zum Schutz der Reisenden durch.

Köln gehörte dabei zu den absoluten Einsatzschwerpunkten, hier kamen schließlich auch die meisten Karnevalisten zusammen. Hier kam es an den beiden Großkampftagen Weiberfastnacht und Rosenmontag zu rund 550 polizeirechtliche Maßnahmen ergriffen. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Platzverweise, Personenkontrollen oder Gefährderansprachen. Die Bundespolizei war in Köln am Weiberdonnerstag mit bis zu 410 und am Rosenmontag mit bis zu 300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. Insgesamt nahm die Bundespolizei rund 90 Strafanzeigen entgegen. Die Erfahrungen mit den Übergriffen in Köln aus der Silvesternacht zeigt jedoch, dass sich diese Zahl noch erhöhen kann.

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