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Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung

Große Resonanz auf Aktionstag am Rudolfplatz

22. Mai 2016 | 10:00 | red
Rund 1000 Mahlzeiten wurden aus "Schrumpelgemüse" hergestellt. Viele nutzten den Samstag am Rudolfplatz, um sich zu informieren.  BIld: Ingo Hilger

Rund 1000 Mahlzeiten wurden aus „Schrumpelgemüse“ hergestellt. Viele nutzten den Samstag am Rudolfplatz, um sich zu informieren. BIld: Ingo Hilger

Der Verein Slowfood Deutschland kämpft schon länger gegen Lebensmittelverschwendung. Am gestrigen Samstag fand dazu auf dem Kölner Rudolfplatz ein Aktionstag statt. So genanntes „Schrumpelgemüse“ wurde zu leckeren Mahlzeiten zubereitet.

Mit der Aktion, für die Slowfood den Koch Wam Kat gewinnen konnte, soll der Fokus auf das zum Teil überhöhte Anspruchsniveau gelegt werden. Unter dem Motto „Köln rettet Lebensmittel“ kamen am vergangenen Samstag, den 21. Mai, zahlreiche Experten und Besucher zum Kölner Rudolfplatz, um gemeinsam auf die Verschwendung von Nahrungsmitteln hinzuweisen oder sich über die Gründe und die Folgen unserer Verschwendung zu informieren. Denn bundesweit werden jährlich mehr als elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl ein Großteil davon noch genießbar wäre.

Landwirte bauen mühevoll nahr- und schmackhaftes Gemüse an, doch leider landet ein großer Teil davon zusammen mit anderen Lebensmitteln im Müll – und das oftmals nur, weil viele Verbraucher sich zu sehr von Äußerlichkeiten abschrecken lassen“, erklärte Dr. Dieter Schneider von der Initiative Zu gut für die Tonne! des BMEL. Diese setzt sich für mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel und gegen die mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln verbundene Ressourcenverschwendung ein.

Statistisch gesehen wirft jeder Bundesbürger allein in seinem Privathaushalt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Zwei Drittel davon könnten vermieden werden. „Gerade deshalb sind Aktionstage wie heute in Köln so enorm wichtig, denn sie zeigen, dass man sich wieder mehr auf Kriterien wie die Frische und Geschmack von Gemüse besinnen sollte, anstatt sich nur am Aussehen zu orientieren“, so Schneider weiter.

Um mehr über die Pflanzenzucht und Lebensmittelherstellung zu erfahren, waren die Besucher bereits am Vortag dazu eingeladen, auf umliegenden Landwirtschaftsbetrieben Gemüse für den Aktionstag zu ernten. Dabei erfuhren die Gäste, dass es ein Teil der Ernte aus optischen Gründen gar nicht erst in den Handel schafft und wie unerheblich letztlich die Maße von Gemüse für dessen Geschmack sind. Die Aktivisten machen dafür einen Wissensverlust der modernen Stadtmenschen verantwortlich. Auch hier setzt der Aktionstag an.

Die verarbeiteten Zutaten reichten für mehr als 1000 Mahlzeiten. Die bestanden aus verschiedenen Gemüsen, das Menü ergab dann eine Spargelgemüsesuppe, dazu Salat und als Nachtisch Erdbeeren. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten mit dem Angenehmen auch die Möglichkeiten, sich vor Ort mit Experten auszutauschen und so die eigenen Konsumgewohnheiten kritisch zu hinterfragen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Slow Food Deutschland, Bundesverband Deutsche Tafel und Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit ihrer Initiative „Zu gut für die Tonne“. Es war der 13. Aktionstag dieser Art. Slow Food Deutschland und der Bundesverband Deutsche Tafel veranstalten im Rahmen der Initiative seit 2012 öffentliche Aktionen in deutschen Städten. Weitere Informationen dazu finden sie auch im Internet unter: www.zugutfuerdietonne.de.

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