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Karnevalssession in Köln eröffnet

Polizei und Ordnungsdienst ziehen erste Bilanz

11. November 2016 | 18:00 | red
Bild: Köln Nachrichten

Erst am Nachmittag war der Zugang zum Heumarkt wieder offen. Polizei und Ordnungsamt zogen am Nachmittag eine erste, positive Zwischenbilanz der Karnevalseröffnung. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Am heutigen Freitag begann in der Millionenstadt am Rhein die fünfte Jahreszeit. Am späten Nachmittag zogen die Verantwortlichen von städtischem Ordnungsdienst und Polizei eine erste Bilanz.

Dabei lockten die Feierlichkeiten Zehntausende Menschen mit jeder Menge kreativer Verkleidungen in die Hotspots des karnevalistischen Frohsinns. Überschattet war der Tag indes von einem folgenschweren Verkehrsunfall. Eine aus Bochum stammende 21-jährige Frau geriet mit einem KVB-Linienbus aneinander und wurde dabei schwer verletzt. Sie wurde nach ihrer Erstbehandlung in eine Klinik gebracht und dort stationär aufgenommen.

Auch sonst gab es trotz größtenteils ausgelassener Partystimmung wieder einiges zu tun für die Ordnungshüter. So sperrten Polizei und Stadt den Heumarkt, wo die Willi-Ostermann-Gesellschaft tradtionell zum großen Schaulaufen und Warmschunkeln einlud, bereits um 10:15 Uhr ab, der Alter Markt folgte um 11 Uhr. Erst am Nachmittag ließen die Sicherheitskräfte wieder Jecke in die Kölner Altstadt. Um 10:45 Uhr mussten die KVB-Bahnen der Linie 9 zudem über Gürtel und Aachener Straße umgeleitet werden, damit auch im Kwartier Latäng ausgelassen gefeiert werden konnte.

Die erste Festnahme erfolgte um 11 Uhr im Bereich der Dasselstraße. Den eingesetzten Beamten fiel ein Mann auf, der einen Rucksack dabei hatte. Bei seiner Durchsuchung stellten die Polizisten Drogen sicher. Der Festgenommene wurde in das Polizeigewahrsam gebracht. Gegen 15 Uhr nahmen die Beamten zwei Taschendiebe fest, am Chlodwigplatz eine weitere Frau. Auch Streitigkeiten wurden mit zunehmendem Alkoholpegel häufiger. Gegen 15:30 Uhr gerieten zwei Männer am Quatermarkt in einen handfesten Streit. Hierbei wurde ein Beteiligter mit einem Messer verletzt. Ein Tatverdächtiger wurde vorläufig festgenommen, so die Polizei weiter.

Bis 17:30 Uhr mussten die eingesetzten Polizeikräfte 16 Personen in Gewahrsam nehmen. Überwiegend handelte es sich hierbei um hochalkoholisierte Karnevalsbesucher. Einige weitere Personen hatten ihnen erteilte Platzverweise ignoriert. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen, so die erste Polizeibilanz.

Bilanz des Ordnungsdienstes

Auch der Ordnungsdienst gab am Nachmittag eine erste Einschätzung ab. Zwar erhöhte sich die Zahl der notwendigen Jugendschutzkontrollen mit 187 gegenüber dem Vorjahr erheblich (2015:80). 43 (Vorjahr: 14) wurden mit Alkohol, zwölf (Vorjahr: 1) mit Zigaretten erwischt. Die Ertappten mussten daraufhin Alkohol und Zigaretten abgeben.

Bei der festgestellten Anzahl der Wildpinkler gab es hingegen kaum Veränderungen zum Vorjahr. So wurden von den Ordnungskräften 134 (135) Männer und 13 (15) Frauen beim Urinieren in der Öffentlichkeit erwischt, trotz der zahlreichen Toilettenhäuschen und -wagen rund um die Hotspots in der Kölner City. Dazu beigetragen habe auch die frühzeitige Sperrung des Rathenauplatzes. Erfreulich war die geringer gewordene Anzahl von Falschparkern, die in den Halteverbotszonen angetroffen wurden. Die Sanitätsdienste verzeichneten insgesamt 92 Einsätze, davon 28 Fälle, ausgelöst durch Alkoholkonsum von unter 18Jährigen.Die Berufsfeuerwehr meldet bislang einen „normalen“ Verlauf, so die Stadt weiter.

Der Ordnungsdienst war in diesem Jahr mit 148 Kräften in zwei Schichten vor Ort. Die hatten auch mit dem erneut ausgesprochenen Glasverbot wenig Probleme. Zwar stieg auch hier die Anzahl der festgestellten Verstöße mit 79 um elf gegenüber dem Vorjahr an. Weitere Zwangsmaßnahmen aber waren nicht notwendig, hier habe sich die Regelung inzwischen auch in den Köpfen verankert, so das positive Fazit des Ordnungsdienstes am Nachmittag.

Wegen des bevorstehenden Wochenendes dürften sich die Feierlichkeiten noch bis tief in die Nacht hinziehen. Erfahrungsgemäß häufen sich dann Anzeigen wegen Schlägereien. Das wiederum hängt mit dem steigenden Alkoholpegel vieler Feiernder zusammen. Eine endgültige Bilanz wird die Polizei deshalb erst am morgigen Samstag abgeben können.

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