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Karnevalsbilanz der Kölner Polizei

Nur wenig Veränderungen bei den Einsatzzahlen

10. Februar 2016 | 17:15 | red
Die Autobahnpolizei musste einen Hund einfangen.  Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Polizei zeigte Präsenz. In der Folge stiegen einige Deliktarten deutlich an. Andere dagegen gingen deutlich zurück. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Einen Tag nach dem Ende des Straßenkarnevals hat die Kölner Polizeibehörde ihre endgültige Bilanz für die diesjährige Karnevalssession vorgestellt. Zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwochmorgen gab es deutlich mehr Vorfälle und Polizeieinsätze. Das lag aber auch am Polizeiaufgebot.

Denn an den beiden Großkampftagen Weiberfastnacht und Rosenmontag hatte die Polizei, wie im Vorfeld angekündigt, deutlich mehr Beamtinnen und Beamte auf die Straßen geschickt. Und tatsächlich gab es in dieser Karnevalssession deutlich mehr Einsätze. Die Beamten gingen dabei konsequent gegen Störer und Randalierer sowie andere Kleinkriminelle vor.

Auch die Zahl der Sexualdelikte ist in diesem Jahr angestiegen, die angezeigten Delikte gingen von der simplen Belästigung bis zur vollendeten Vergewaltigung. Den Anstieg erklären die Kriminalexperten mit einer deutlich gestiegenen Sensibilität, wie sie nach den Vorfällen der Silvesternacht in Köln offenbar in ein breiteres, öffentliches Bewusstsein gerückt sind. Mit 66 lag diese Zahl um mehr als 250 Prozent über dem Vorjahreswert (2015: 18) und hatte damit innerhalb der angezeigten Straftaten den höchsten Anstieg. Die endgültigen Zahlen können sich durch Anzeigenaufgaben aus anderen Städten im Nachgang zum Karnevalsfest noch ändern.

„Eine enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern, mehr Polizei in der Stadt, Videoüberwachung, die Ausleuchtung besonders frequentierter Bereiche in der Dunkelheit und ein frühes Einschreiten der Polizei haben Wirkung gezeigt, die sich positiv auf die heutige Bilanz auswirkt“, betonte Kölns neuer Polizeipräsident Jürgen Mathies. Tatsächlich sorgten die in der Spitze rund 2000 Beamtinnen und Beamten dafür, dass gerade an gut einsehbaren Stellen der Innenstadt die Polizeipräsenz deutlicher wahrnehmbarer war.

Einsatzbilanz zeigt deutliches Plus

Zugleich gab die Behörde ihre abschließende Einsatzbilanz bekannt, hier hatte sich seit dem Vortag nur noch wenig geändert. Die Zahl der Platzverweise lag mit 1389 um fast das Dreifache über dem Vorjahreswert von 544. 100 Festnahmen stellten sogar einen Anstieg um mehr als das Dreifache dar. (2015: 28). Die Zahl der Ingewahrsamnahmen stieg von 247 auf 451. In Leverkusen erteilte die Polizei 71 Platzverweise, nahm 18 Personen in Gewahrsam und sechs vorläufig fest.

Unter den amtlich festgestellten Straftaten gab es aber auch positive Entwicklungen. So reduzierte sich die Zahl der schweren Straftaten wie Tötungsdelikte (von zwei auf null), schwere Diebstähle (von 167 auf 112) oder Betrugsdelikte (von 114 auf 89). Bei der Zahl der Taschendiebstähle gingen die Fallzahlen sogar von 672 auf 343, also um fast die Hälfte, zurück. Bei den Wohnungseinbrüchen gab es ein Minus von knapp einem Drittel von 161 auf 108. Auch die Zahl der Raubstraftaten ging von 62 auf 39 zurück.

Etwas angestiegen sind die Zahl der Strafanzeigen wegen Körperverletzungen (von 472 auf 551), der Fahrraddiebstähle von 22 auf 30 und BTM-Verstößen (von 114 auf 191). Mit 2631 Delikten insgesamt ging auch diese Zahl deutlich zurück, gegenüber dem Vorjahreskarneval betrug der Rückgang immerhin 7,2 Prozent. Aufgrund nicht zuletzt dieser Zahlen will die Polizei nun prüfen, ob das Präsenzkonzept nun auch nach den tollen Tagen in der Kölner Innenstadt zur Anwendung kommen soll.

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