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Karnevalsbilanz nach Rosenmontag

Zufriedene Mienen trotz deutlich mehr Durchgriffen

9. Februar 2016 | 16:30 | red
Bild: Köln Nachrichten

Auch gestern hatte die Kölner Polizei wieder alle Hände voll zu tun. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Kölner Polizeibehörde hat am heutigen Karnevalsdienstag eine vorläufige Karnevalsbilanz der diesjährigen heißen Tag in der fünften Jahreszeit veröffentlicht. Die Zahl der Festnahmen hat sich mit 99 nahezu verdreifacht, auch sonst gab es viel zu tun.

In der Zeit zwischen Weiberfastnacht und dem heutigen Dienstagmorgen (Stand: 6:30 Uhr) hat die Polizei im Kölner und Leverkusener Stadtgebiet insgesamt 432 Personen (darunter 18 in Leverkusen) in Gewahrsam genommen. 99 Personen (6) wurden dabei festgenommen. Zudem erteilte die Polizei 1369 Unruhestiftern (71) Platzverweise. Bislang legten die eingesetzten Beamten 673 Strafanzeigen vor (63 in Leverkusen). 55 Sexualdelikte (4) kamen zur Anzeige.

Während sich die Zahl der Festnahmen nahezu verdreifacht haben, ging es bei der Zahl der Platzverweise um fast 800, also rund das Doppelte, nach oben. Ähnlich dynamisch ging es auch mit den Ingewahrsamnahmen nach oben, auch hier also beinahe eine Verdoppelung. Der Rosenmontag ist traditionell der letzte „Großkampftag“ der Polizei im Straßenkarneval. Neben dem Gebiet rund um den Rosenmontagszug hatten die Beamten dabei in der vergangenen Nacht vor allem das Studentenviertel „Kwartier Latäng“ rund um die Zülpicher Straße.

Am gestrigen Rosenmontag hatten die Beamten auch wieder alle Hände voll zu tun, Krawallmacher zu isolieren und notfalls den Zutritt zu verweigern. So geschehen gegen 13 Uhr an der Ecke Hohe Straße / Salomongasse. Eine offenbar rechtsgerichtete achtköpfige Gruppe hatte dort Station gemacht und Zuschauer angepöbelt. Einer aus der Gruppe soll einen Passanten geschlagen haben, die sechs Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 37 Jahren wurden daraufhin kontrolliert. Sieben erhielten einen Platzverweis, den 33-jährige, mutmaßliche Schläger nahmen die Beamten mit. Weil die Gruppe dem Platzverweis nicht nachkam, wurden auch sie nach einer kurzen, handgreiflichen Auseinandersetzung in Gewahrsam genommen, hieß es dazu weiter.

Um 17.30 Uhr kontrollierte die Polizei in der Zwischenebene Friesenplatz eine rund zwanzigköpfige Gruppe. Die Beamten nahmen hier drei 19-jährige Männer vorläufig fest. Aufgrund von Angaben eines Zeugen besteht der Verdacht, dass sie aus der Gruppe heraus eine noch unbekannte Frau angetanzt und unsittlich berührt haben sollen. Nach erfolgter Identitätsfeststellung wurden alle Personen wieder entlassen, da offenbar auch bisher keine Strafanzeigen möglicher Opfer eingingen.

Rund um den Rosenmontagszugweg fassten die Polizeibeamten mehrere Taschendiebe. Unter ihnen waren auch drei Männer, die am späten Nachmittag, gegen 17:45 Uhr, durch eine Zivilstreife auf frischer Tat ertappt wurden, als sie einer Zuschauerin den Rucksack öffneten. Die Tatverdächtigen, die in der Vergangenheit schon mehrfach wegen Diebstahls in Erscheinung getreten waren, wurden bereits einem Haftrichter vorgeführt. Rund eine Stunde später trafen Polizeibeamte in der Innenstadt einen Mann an, gegen den im Vorfeld der Karnevalstage ein Bereichsbetretungsverbot verhängt worden war. Da er dieses missachtet hatte, muss er nun das angedrohte Zwangsgeld zahlen. Zudem erteilten die Beamten dem Mann einen erneuten Platzverweis.

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