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Urteil am Kölner Landgericht

Salatbar-Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt

28. Oktober 2016 | 17:00 | red
LandgerichtKoeln

Das Kölner Landgericht hat am heutigen Freitag das Urteil über den 36-jährigen Angeklagten gesprochen. Wegen Mordes muss er lebenslang hinter Gittern. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Am heutigen Freitag sprach das Landgericht Köln das Urteil über den 36-jährigen Salatbar-Mörder. Der soll im Sommer 2007 die damals 24-jährige Inhaberin einer Salatbar in der Kölner Innenstadt erstochen haben.

Der Mordfall hatte schon vor neun Jahren für bundesweite Aufregung gesorgt, so auch das heutige Urteil. Denn der mutmaßliche Täter wurde wegen Mordes, versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung und Diebstahls zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Eigentlich wollte er das kleine Ladenlokal nur ausrauben.

Doch als er in der Nacht auf den 23. Juli 2007 in die Geschäftsräume eindrang, eskalierte die Situation. Der mit einem Messer bewaffnete Täter stellte die junge Inhaberin in dem Büro, wo sie noch mit Warenbestellungen beschäftigt war. Offenbar habe sie um Gnade gefleht, habe jedoch beim Anblick des Messer Panik bekommen und zu schreien angefangen. Das Opfer hatte aufgrund einer früheren Erkrankung eine extreme Phobie vor spitzen Gegenständen, wurde im Laufe des Prozesses deutlich.

Aus Angst, dass Passanten auf den Raub aufmerksam werden, habe er dann zugestochen und die 24-Jährige tödlich verletzt. Der Täter stach gleich elf Mal zu und verletzte die Inhaberin im Gesicht sowie im Brustkorb und am Knie. Nachdem sein Opfer am Boden lag, versteckte der Täter die junge Frau im Kühlraum, wo sie anschließend verblutete, wie die Vorsitzende Richterin Sabine Kretzschmar ausführte.

Der Mann flüchtete mit lediglich 20 Euro und blieb lange Jahre unentdeckt. Zum Verhängnis wurde dem heute 36-Jährigen eine DNA-Spur an einer Zigarette. Als die Ermittler die DNA mit bereits inhaftierten Tätern verglich, kam sie dem mutmaßlichen Mörder auf die Spur. Der mutmaßliche Salatbar-Mörder saß gerade wegen anderer Delikte in einer JVA.

In seiner Vernehmung zeigte sich der Mann zwar geständig. Er habe aus Angst vor Entdeckung zugestochen. Doch die Strategie der Verteidigung, das Geschehen als Unfall darzustellen, ging nicht auf. Dafür gab es zu viele und dazu tiefe Stichwunden, begründete Richterin Kretzschmar ihr Urteil.

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