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Neues zum Einsturz des Stadtarchivs

Klaffendes Loch in 28 Metern Tiefe entdeckt

13. Juni 2016 | 15:30 | red
Bild: ehu

An der Baugrube am Waidmarkt geht die Beweissicherung weiter. Nun könnte es einen neuen Hinweis zur Ursache geben. Bild: ehu/Archiv

Die Ursachenforschung für den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 könnte möglicherweise eine neue Wendung nehmen. Der Westdeutsche Rundfunk WDR berichtete über ein „mögliches Beweisstück“.

Das befinde sich in 28 Metern Tiefe. Hier haben Forscher, die im Auftrag des von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachters Prof. Kemfert die äußeren Spundwände durch einen gefluteten Schacht, ein so genanntes Besichtungsbauwerk, in Augenschein nehmen. Zentimeter für Zentimeter graben sich die Taucher tiefer ins Erdreich. Hintergrund sind Ermittlungen, die Aussagen über die Ursachen und damit die Verantwortung für den Tod zweier junger Männer am Tag des Einsturzes zulassen.

Das rund 60 Zentimeter tiefe Loch, das die Taucher angeblich unter einem Steinblock in 28 Metern Tiefe entdeckt haben, könnte möglicherweise den Einbruch von Grundwasser in die Tunnelröhre und damit möglicherweise auch das Unterspülen der Baugrube am Gleiswechselbauwerk erklären. Weitere Details seitens der beteiligten Behörden und Unternehmen gab es nicht.

Beim Einsturz des Historischen Archivs am 3. März 2009 waren zwei Anwohner in ihren Wohnungen gestorben. Neben dem Historischen Archivgebäude wurden zwei weitere Wohnhäuser komplett, ein weiteres halb mit in die Tiefe gerissen worden. Zwar wurde der überwiegende Teil der verschütteten Archivalien geborgen. Es dürfte jedoch noch eine ganze Generation dauern, bis alle geretteten Dokumente und Archivalien tatsächlich gerettet sind. Einige historische Kostbarkeiten dürften indes für immer verloren sein.

Durch den Einsturz sprangen die voraussichtlichen Baukosten für die Nord-Süd-Stadtbahn auf inzwischen mehr als 1,15 Milliarden Euro. Darin nicht eingerechnet sind die langjährigen Aufwendungen für die Restaurierung der teilweise erheblich zerstörten Archivalien. Die Kosten für den Neubau in Höhe von knapp 100 Millionen Euro liegen ebenfalls über dem Planungsrahmen, den die Behörden vor dem Einsturz des Archivs kalkuliert haben.

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