Adnet
Schaltplatz
Bundesförderung für Köln-Chorweiler

Projekt ‚Lebenswertes Chorweiler‘ bekommt fünf Millionen Euro

21. Januar 2016 | 11:00 | red
Die berüchtigten Wohnsilos in Köln-Chorweiler. Die GAG will nun ein Objekt erwerben, ertüchtigen und auch das Umfeld neu gestalten.  Bild: Köln Nachrichten

Die berüchtigten Wohnsilos in Köln-Chorweiler. Für die Aufwertung des Umfelds erhält die Stadt nun eine Millionenförderung aus Berlin. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Stadt Köln will den Stadtteil Chorweiler aufwerten. Nun dürfen sich die Verantwortlichen auf finanzielle Unterstützung des Bundes freuen. Das Städtenau-Projekt erhält nun Fördergelder des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Die entsprechenden Förderurkunden sollen am Dienstag kommender Woche (26. Januar 2016) in Berlin überreicht werden. Kölns Stadtentwicklungsdezernent Franz-Josef Höing wird den Bewilligungsbescheid dort aus der Hand der zuständigen Ministerin Barbara Hendricks entgegen nehmen. Die Fördergelder sind Bestandteil des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“. Das Fördervolumen dieses Programms liegt bei 150 Millionen Euro. Der Löwenanteil kommt mit 100 Millionen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung, die restlichen 50 Millionen aus dem so genannten „Realprogramm“

Eine vom BMUB berufene, interdisziplinär besetzte Jury hat aus insgesamt 168 Projektvorschlägen mit einem Gesamtvolumen von über 630 Millionen Euro insgesamt 49 Projekte zur Förderung vorgeschlagen. Das Ministerium unterstützt 17 davon im Rahmen des Regelprogrammes und 29 durch das Zukunftsinvestitionsprogramm, erläuterte die Stadt am heutigen Donnerstag weiter.

Chorweiler ist ein Symbol für den oft unterschätzten Städtebau der siebziger Jahre, nicht selten als Trabantenstadt oder gar Ghetto kritisiert. Die Stadt möchte mit einer ambitionierten Weiterentwicklung des Stadtteilzentrums eine höhere Freiflächenqualität schaffen. Die wesentlichen Verbesserungen konzentrieren

sich auf den Pariser Platz, den Liverpooler Platz und die Lyoner Passage, zu denen auch die angrenzenden Flächen und Grünverbindungen gehören. Der neue Stadtraum soll ein Identifikations- und Aufenthaltsraum für die Bevölkerung Chorweilers werden, so das hohe Ziel der Initiatoren.

Die geplanten Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität, die Umgestaltung der zentralen, verbindenden Plätze und die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts für das Zentrum von Chorweiler können zukunftsweisend und beispielgebend für gleichartige Stadtteile Kölns wie Porz-Finkenberg und Meschenich oder andere Städte mit ähnlicher Problemstellung sein. Auch hier kämpft die Stadt mit den Folgen des Abwärtstrends.

Die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger von Chorweiler am Planungsprozess soll Privateigentümer und Investoren dazu motivieren, in den Erhalt und Umbau des Bestands zu investieren und neue Wohnhäuser und Gebäude für Gewerbe zu errichten. Die Stadt will damit bekanntermaßen selbst als Vorbild vorangehen. Im vergangenen Jahr erwarb sie über die GAG Immobilien AG einen Wohnkomplex mitten in Chorweiler. Schon damals betonten die Verantwortlichen von Stadt und GAG, dass es nicht bei der Sanierung der Wohnimmobilie bleiben dürfe. Auch im Umfeld müsse sich etwas ändern, um dem Abwärtstrend des Stadtteils und seiner Wohn- und Aufenthaltsqualität entgegenwirken zu können.

, , , , , , , ,