Legalize-it-Demo in der Kölner City

Alkohol: 74.000 Tote – Marihuana: 0 Tote

10. Mai 2015 | 11:00 | red
Gleich geht's los. Mehrere Hundert protestierten in der Kölner City gestern für die Legalisierung von Cannabis.  Bild: Köln Nachrichten

Gleich geht’s los. Mehrere Hundert protestierten in der Kölner City gestern für die Legalisierung von Cannabis. Bild: Köln Nachrichten

Am gestrigen Samstag versammelten sich mehrere Hundert Menschen auf dem Kölner Heumarkt. Anlass war die dritte Ausgabe des „Marihuana Marches“, diesmal unterstützt vom Bezirksbürgermeister Innenstadt, Andreas Hupke.

Die Organisatoren um Franco Clemens hatten wieder ihre mobile Musibühne dabei, einige Stände säumten die weitläufige Platzfläche und mehrere Hundert aus allen Altersgruppen postierten sich rund um die Behelfsbühne. In jüngster Zeit hat die Legalisierungsdebatte um die beiden „Betäubungsmittel“ Marihuana und Haschisch wieder an Fahrt gewonnen. So hatte unter anderem die Bezirksvertretung Innenstadt mehrheitlich die legale Ausgabe von THC-haltigen Produkten beschlossen.

Nicht Kiffen ist kriminell, sondern die Politik, die Kiffen kriminalisiert“, meint der Schauspieler und Regisseur Gerd Buurmann. Er unterstützt die Initiative, auch weil die Droge seiner Meinung nach deutlich weniger gefährlich ist als andere Substanzen wie etwa Alkohol. Der enthemme und mache aggressiv, wie sich an 34 Wochenenden des Jahres immer wieder bei Bundesligaspielen zeige. „Die aggressiven Ultras trinken, bevor sie sich prügeln und Kiffer…“, sagte Buurmann und intonierte einen Lach-Flash, sehr zur Freude der Demo-Teilnehmer.

Die Kriminalisierung der THC-Substanzen sind sogar unterlassene Hilfeleistung. Immer häufiger zeigen Beispiele, dass mit Hanf das Leben von Schmerzpatienten deutlich verbessert werden kann. Tests in Australien hatten eine nachlassende Gedächtnisleistung gezeigt. „Nur weil ein paar australische Mäuse vergesslich wurden, soll die Pflanze gefährlich sein“, so Buurmann weiter. Und er erinnerte – wie auch sein Vorredner – an die vielen Alkoholtoten.

Nach dem Beginn der Demo um 14 Uhr gab es gestern einen kurzen Marsch durch die Innenstadt, über den Neumarkt, die Apostelnstraße und die Burgmauer zurück zum Heumarkt. Im weiteren Verlauf mussten die Organisatoren dann aber dem nachmittäglichen Gewitter Tribut zollen. Dennoch hoffen nicht nur die Veranstalter auf eine andere Drogenpolitik und insbesondere die Legalisierung von Cannabis-Produkten. Für Schauspieler Buurmann ging es noch am gestrigen Abend zum gleichen Thema weiter. Im Theater Tiefrot spielte er eine Rolle, in der er im zweiten Akt einen Joint raucht. Kein Richtiger, wie Buurmann augenzwinkernd betonte.

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