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Kölner Matinee über Terrorismus

Zwei Journalisten diskutieren über Terror auf dem Podium

8. November 2016 | 14:00 | red
Rathaus_Front

Im Historischen Rathaus fand am vergangenen Sonntag eine weitere Matinee statt. Die Zentralbibliothek hatte das Format entwickelt. Bikld: Archiv Köln Nachrichten

Im Historischen Rathaus der Stadt Köln fand am vergangenen Sonntag eine Matinee mit zwei renommierten Kennern des Zeitgeschehens statt. WDR-Morderatorin Gisela Steinhauer fragte den stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen.

Die vergangene Podiumsdiskussion mit den beiden Journalisten öffentlich-rechtlicher Prägung fand im Rahmen der neuen Reihe „wissenswert – Gespräche im Rathaus“ statt. Auch bei der zweiten Veranstaltung dieser neuen Reihe sollen aktuelle Themen, die die Menschen bewegen und ansprechen, zur Sprache kommen. Rund 120 waren am vergangenen Sonntag dabei, als sich Steinhauer und Theveßen über das Phänomen Terror unterhielten.

Der ZDF-Journalist ging in seinen Ausführungen auf die Unterschiede zwischen Religion und Ideologie sowie Islam und Islamismus ein. Dabei gab er auch Beispiele junger Menschen, die für die islamistische Sache geworben wurden. Theveßen betonte, dass es keine Entschuldigung für Terror gäbe, wohl aber Erklärungszusammenhänge wie beispielsweise Perspektivlosigkeit und belastende persönliche Schicksale. Er sprach von einem detaillierten Drehbuch der Islamisten mit dem Ziel des endgültigen Sieges über die westlichen Gesellschaften.

Dabei spielten ihnen die Reaktionen rechtpopulistischer Parteien durchaus in die Hände, die mit ihrer Ideologie vom „Kampf der Kulturen“ zur Spaltung der Gesellschaften beitragen und weiteren Nährboden für Hass und Gewalt säen. Eine Lösung sieht Theveßen vor allem in Präventions- und Deradikalisierungsprogrammen wie es sie bereits erfolgreich in einigen westlichen Ländern gibt. Bessere Schul- und Bildungsangebote gerade in den sozialen Brennpunkten der Städte sowie die Möglichkeit zur Teilhabe für Jugendliche durch Bildungsangebote und niederschwellige Arbeitsmöglichkeiten könnten Schlüssel sein, um den Anwerbeversuchen radikaler Islamisten den Nährboden zu entziehen, so die Hoffnung auch der Kölner Verantwortlichen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker war auch dabei und weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell Terror auch die eigene Gesundheit gefährden kann. „Ob Terror von rechts, von links oder durch pseudoreligiöse Fanatiker, er tötet und verletzt nicht nur die direkt von einem Attentat betroffenen Menschen. Der Terror trifft uns alle. Er schürt Angst, schafft Misstrauen, beeinflusst unser Verhalten, unsere Gefühle, ja oft auch unser Denken. Terror ist Gift für ein offenes, vertrauensvolles und friedliches Zusammenleben von Menschen, gerade wenn sie von unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft und Kultur sind. Das ist das Ziel der Terroristen“, so Reker. Sie appellierte an die Menschen, die demokratischen Werte zu verteidigen, die ein friedliches Zusammenleben überhaupt erst ermöglichen.

Die Kölner Stadtbibliothek hat das Format die Stadtbibliothek. Sie gilt auch international als Vorzeigebibliothek und wurde im vergangenen Jahr mit der höchsten bundesweiten Auszeichnung „Bibliothek des Jahres 2015“ geehrt.

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