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Kölner Straßenkarneval – Polizeibilanz

Zwei Messerattacken überschatten sonnige Weiberfastnacht

13. Februar 2015 | 16:30 | red
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Die Bilder gleichen sich. Anfangs war es ein ausgelassenes Feiern. Mit zunehmendem Alkoholkonsum wurde es zunemend ruppiger und nachts für zwei junge Männer sogar lebensgefährlich. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Der gestrige Weiberfastnacht ist für die Jecken im Rheinland der erste richtige Höhepunkt der diesjährigen Karnevalssession. Während gefühlte Hunderttausende die Kölner Lokalitäten besangen und beschunkelten, wurden zwei Männer am späten Abend durch Messerstiche schwer verletzt. In beiden Fällen wurden Tatverdächtige festgenommen.

Der Kölner Straßenkarneval hat am gestrigen Donnerstag seinen ersten und in diesem Jahr richtig sonnigen Höhepunkt hinter sich. Während sich die Jecken am Alter Markt und entlang der Zülpicher Straße zwischen Zülpicher Platz und der Unterführung ein reges Treiben bot, begann der Tag für die Kölner Polizeibehörde zunächst ruhig.

Erwartungsgemäß musste die KVB ab 11:20 Uhr den Stadtbahnverkehr auf der Linie 9 trennen, die große Anzahl Feiernder und der zunehmende Alkoholpegel ließen die Hauptverkehrsstraße im Kwartier Latäng schnell zu Fußgängerzone werden. Auch der Hohenstaufenring musste gesperrt werden. Je weiter die Feier vorrückte, um so häufiger wurden jedoch Straftaten begangen, in erster Linie aufgrund des durch Alkoholgenuss hervorgerufenen Aggressionspotentials.

Insgesamt wurden in Köln 100 Personen in Gewahrsam genommen, in Leverkusen waren es vier. 16 Personen wurden sogar vorläufig festgenommen, 178 Strafanzeigen fertigten die Beamten an. Ein erheblicher Anteil daran waren Körperverletzungsdelikte, 23 Mal leisteten die Angezeigten bei Maßnahmen der Vollstreckungsbeamten Widerstand. Acht Raubdelikte wurden in Köln zur Anzeige gebracht. Die Platz der Platzverweise betrug 198.

„Mit zunehmendem Alkoholgenuss und zu vorgerückter Stunde haben viele Personen ihre natürliche Hemmschwelle verloren. Dies spiegelte sich auch in den Einsätzen wider“, bilanzierte Polizeirat Frank Hilbricht am Morgen nach Weiberfastnacht

Zwei Schlägereien eskalierten

Dem Licht folgte tatsächlich gleich zwei Mal Schatten. Ein 24-jähriger Mann wurde gegen 22:40 Uhr von einem 21-jährigen Kontrahenten am Kölner Friesenplatz mit einem Messer schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde kurze Zeit später von Beamten der Polizei in der Maastrichter Straße angetroffen und vorläufig festgenommen. Dem Messerstich ging eine Auseinandersetzung voraus, die vermutlich durch Rempler produziert wurde.

Jungmänner mit Alkoholflaschen in der Hand hatten es bereits um die Mittagszeit immer wieder auf Passanten abgesehen. Erst rempeln sie, dann werden die handgreiflich. In diesem Falle soll es ähnlich zugegangen sein, wie die Polizei in ihrem Bericht andeutete. Weitere Angaben zum Tatverdächtigen machte die Behörde nicht

Polizei sucht nach Täter in Leverkusen-Opladen

Ebenfalls durch Messerstiche schwer verletzt wurde gegen Mitternacht ein 26-jähriger Mann in Leverkusen-Opladen. In diesem Fall ist der Täter flüchtig, die Polizei sucht für diese Tat noch weitere Zeugen. Den Stichen gegen den 26-Jährigen und seinen drei Jahre jüngeren Begleiter ging eine handfeste Schlägerei auf der Humboldtstraße nahe einer Gastsstätte voraus. Die Polizei fertigte eine erste Strafanzeige an, die beiden späteren Opfer entfernten sich.

Offenbar aber wollte einer seiner Gegner den Streit zur Entscheidung bringen. Er folgte den beiden Männern auf ihrem weiteren Heimweg und stach zu. Dabei wurde der Ältere lebensgefährlich, sein Begleiter ebenfalls schwer verletzt. Während der 23-Jährige zur Gaststätte zurückkehren und Alarm schlagen konnte, soll der etwa 25-jährige Täter in einem Auto in unbekannte Richtung geflüchtet sein.

Der 26-Jährige wurde mit lebensbedrohenden Stichverletzungen in ein Krankenhaus gebracht, dort wurde er noch in der Nacht notoperiert. Inzwischen hat sich nach Auskunft der behandelnden Ärzte sein Zustand stabilisiert. Er sei mittlerweile außer Lebensgefahr, hieß es von offizieller Seite.

Sachdienliche Hinweise zu dieser Tat nimmt das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer 0221/229-0 oder per E-Mail unter poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.

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