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Digitalisierung in der Verlagsbranche

DuMont-Schauberg: Offline und Online werden wieder eins

7. August 2015 | 12:30 | red
Bild: ehu/Archiv

Die Mediengruppe MDS DuMont-Schauberg hebt die redaktionelle Trennung von Print und Online wieder auf. Bild: ehu/Archiv

Die Verlagsbranche sucht weiter nach Lösungen für die andauernde Krise im Zeitungsgeschäft. Auch die Kölner Mediengruppe DuMont-Schauberg ist davon betroffen. Mit einer Aufhebung der Trennung von Online und Offline erhoffen sich die Verantwortlichen nun eine Verbesserung.

Wie der Nachrichtendienst Meedia bereits am gestrigen Donnerstag berichtete, wird Thilo Knott die „Digitale Transformation“ als verantworticher Chefredakteur gestalten. Bereits seit Jahresanfang hatte der Konzern mit dem Kölner Boulevardblatt Express und der Mitteldeutschen Zeitung zwei Zeitungen unter die Lupe genommen

Das Ergebnis dieser Prüfungen, wie Zeitungstitel und ihre Inhalte digital transformiert und das etablierte Geschäftsmodell durch ein digitales und auskömmliches ersetzt werden kann, ist jedoch ein Zickzack-Kurs. Denn die bisherige Trennung zwischen Online und Offline soll nun wieder aufgehoben werden. Die wurde vor zwei Jahren im MDS-Konzern eingeführt und sah auch eine tarifliche Spaltung vor. Das damalige Ziel, mit der Abspaltung die digitalen Aktivitäten zu konzentrieren und damit rentabler zu machen, erfüllte sich zwar, stellte die Verantwortlichen aber offenbar nicht zufrieden.

Der Grund für die neuerliche Wendung ist eine Angleichung der Niveaus von publizistischen Digital-Angeboten und den Artikeln in der (analogen) Zeitung. „Auf Augenhöhe“ wolle man beide Bereiche haben. Die ersten konkreten Maßnahmen sollen bereits im kommenden Monat umgesetzt werden. Den Anfang soll dabei der Kölner Express und die Mitteldeutsche Zeitung machen. In weiteren Schritten sollen dann die Redaktion des Kölner Stadt-Anzeigers, der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers folgen. Auch die Verantwortlichen der Hamburger Morgenpost wollen Digital und Print wieder zusammenführen, wie sie bereits vor wenigen Tagen meldeten.

Mit zentralen Content-Desks sollen die Inhalte zukünftig zunächst zusammenlaufen. Die zuständigen Redakteure sollen dann entscheiden, über welche Kanäle die Inhalte dann weiterverbreitet werden. “An diesem zentralen Knotenpunkt werden Print- und Online-Produkt gleichwertig behandelt”, zitiert Meedia den verantwortlichen Chefredakteur weiter. Knott kennt sich im Online-Geschäft hervorragend aus, war lange Jahre als Chef vom Dienst bei Spiegel Online tätig. Aus seiner beruflichen Erfahrung heraus weiß er aber auch, wie schwierig die Zusammenführung von 600 Journalisten aus sechs Titeln werden kann. Der geplante und angekündigte Umbau wird auch sonst organisatorisch und personell einiges ändern. Knott spricht von neuen Funktionen und neuen Zuständigkeiten.

Die Redakteurinnen und Redakteure, die bisher in der Tochtergesellschaft DuMont Net eingestellt waren, sollen nun in eine Gesellschaft überführt werden. Wie das konkret aussehen soll, darüber wollen die Verantwortlichen später etwas sagen. Nun sollen die Betriebsräte die Vorschläge prüfen, hieß es dazu weiter. DuMont Net wird aber nicht aufgelöst, sondern behält seine Aufgaben im Online-Geschäft, insbesondere das Management der Beteiligungen. Darüber soll es zukünftig eine neue Dachgesellschaft geben, der heutige Geschäftsführer von DuMont Net soll auch hier die Leitung übernehmen, meldete der Branchendienst abschließend.

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