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Info-Monitor April 2016

Flüchtlingskrise bleibt Nummer 1 in den Fernsehnachrichten

12. Mai 2016 | 12:30 | red
DasErste_gr

Die Hauptnachrichtensendungen der großen Sender berichtete im April vor allem über das Flüchtlingsthema. Logo: ARD

Die Debatte und die jüngsten Entwicklungen rund um das Thema Flüchtlinge bleiben auch weiterhin das Zugpferd der Nachrichtensendungen im Fernsehen. Erst mit weitem Abstand folgte der Skandal um die so genannten „Panama Papers“.

Wie das in Köln ansässige Institut für empirische Medienforschung (IFEM) am gestrigen Mittwoch ausführte, berichteten die Hauptnachrichten von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 im April rund 130 Minuten, also mehr als zwei Stunden reine Sendezeit, über dieses Thema. Auf Rang 2 folgt mit einigem Abstand der Skandal um die „Panama Papers“ (66 Minuten) vor dem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei (61 Minuten), der Böhmermann-Affäre (55 Minuten) und dem Obama-Besuch in Deutschland (51 Minuten).

Die Sendungen zeigten auffällige Unterschiede in der Gewichtung einiger Themen. So waren die „Panama Papers“ kein Top-Ten-Thema für „RTL aktuell“, aber für alle anderen Nachrichtensendungen. Dafür war nur bei „RTL aktuell“ die Islam-Debatte in Deutschland ein wichtiges Thema. Die „Tagesschau“ widmete der Diskussion um Rentenreform und Altersarmut mit Abstand am meisten Aufmerksamkeit, „heute“ berichtete mehr als die anderen Sendungen über die Erdbeben in Japan und Ecuador.

Für die Nachrichten von ARD und ZDF waren auch die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ein Top-10-Thema, bei RTL und Sat.1 spielten sie so gut wie keine Rolle. Erneut bestätigte sich der Befund, dass die Privaten Fernsehsender einen deutlich geringeren Anteil politischer Themen in ihren Hauptnachrichtensendungen präsentierten.

Gegenüber dem Vormonat ging die Präsenz der Parteien, gemessen an der Zahl der Politikerauftritte, insgesamt leicht zurück. Die Top-20-Liste der am häufigsten präsenten deutschen Politiker führt zum wiederholten Male Bundeskanzlerin Merkel an, sie kam auf162 Auftritte. Auf den folgenden Plätzen finden sich Bundesminister der großen Koalition. Hans-Dietrich Genscher erscheint an zehnter Stelle, der frühere Außenminister war im Frühjahr dieses Jahres im Alter von 89 Jahren gestorben.

Vor allem die „Panama Papers“ und der VW-Abgasskandal sorgten im April für relativ hohe Anteile an Wirtschaftsthemen in den Fernsehnachrichten, auch Human-Interest-Themen waren zum Teil etwas stärker vertreten. Dafür lagen die Politikanteile insgesamt etwas niedriger, so eine weitere Analyse der Kölner Medienforscher.

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