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Westdeutscher Rundfunk

Keine Puppensitzung mehr im WDR-Fernsehen

6. November 2015 | 11:30 | red
WDR_Funkhaus

Der Westdeutsche Rundfunk WDR will 2016 das letzte Mal die Karnevalssitzung aus dem Hänneschen-Theater übertragen. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Der Westdeutsche Rundfunk WDR muss sparen. Deshalb haben die Verantwortlichen nun in einem Brief den Betreibers des Hänneschen-Theaters am Eisenmarkt die weiteren Planungen des Senders über 2016 hinaus mitgeteilt. Im Februar kommenden Jahres wird die Puppensitzung ein letztes Mal aufgezeichnet und ausgestrahlt.

Der Sender plant demnach ab 2017 keine Fernsehaufzeichnung des beliebten Handpuppentheater mit seinen legendären Figuren Tünnes und Schäl. Der Sender begründete seine Entscheidung mit den Kosten und der relativ geringen Reichweite der Übertragungen. Es habe sich in der Vergangenheit laut WDR gezeigt, dass das Programm des Hänneschen-Theaters – durchweg auf Kölsch dargeboten – seine Fans vorrangig im Kölner Raum gefunden habe, aber nicht mehr im gesamten Sendegebiet des WDR, so die Verantwortlichen um Theater-Intendantin Frauke Kemmerling.

Die Fernsehübertragungen des WDR vom Eisenmarkt sind Tradition. Nachdem bereits in den 1970er Jahren der WDR neben den karnevalistischen Puppensitzungen auch solche aus dem Abendprogramm übertrug, beschränkte man sich seit 1982 auf die Übertragung der Karnevalssitzung alleine. Da die Puppensitzung je nach Session mit 35 bis 70 Vorstellungen nicht annähernd die Nachfrage nach Karten befriedigen kann, war die Ausstrahlung im WDR stets eine gute Möglichkeit für alle Fans der Knollendorfer, doch noch in den Genuss der Hänneschen-Sitzung zu kommen.

Die Hänneschen-Verantwortlichen kritisierten, dass die zuletzt genutzten Sendezeiten (Karnevalssonntag am späten Abend und am Karnevalsdienstag früh morgens) keine guten Quoten erwarten ließen. Sie kritisierten, dass genau das nun als Grund herhalte, um die Fernsehübertragungen ganz aus dem Programm zu nehmen. Intendantin Kemmerling bedauerte diese Entscheidung, „vor allem, weil der WDR der richtige Sendepartner ist und wir uns doch beide auf dem Wege der Verjüngung und das Hänneschen-Theater auch auf neuen, spannenden künstlerischen Wegen befindet“. Es wäre ein „großer Verlust“ für das Traditionstheater in der Kölner Altstadt.

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