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Neues von der Nord-Süd-Stadtbahn

Kölner Bezirksregierung genehmigt dritte Ausbaustufe

2. Mai 2016 | 14:00 | red
Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Bezirksregierung hat entschieden. Das Planfeststellungsverfahren für die dritte Baustufe ist durch. Nun bleibt den Gegnern nur noch der Klageweg. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Kölner Bezirksregierung hat als zuständige Landesmittelbehörde die dritte Ausbaustufe der Kölner Nord-Süd Stadtbahn nun offiziell bestätigt. Möglicherweise steht der Durchführung aber noch eine Klage bevor.

Denn wegen des geplanten Ausbaus der Nord-Süd-Stadtbahn bis zum Bonner Verteiler am Ende der Bonner Straße regt sich schon seit Monaten heftiger Bürgerprotest. Die hier oberirdische Linie soll auf der vielbefahrenen Nord-Süd-Verbindung den verfügbaren öffentlichen Raum mit Fußgängern und Autofahrern teilen. Das bedingt eine Verengung der bisher vierspurigen Ausfallstraße auf zwei Spuren. Außerdem sollen rund 200 Bäume entlang der Strecke der Motorsäge zum Opfer fallen.

Doch die Bezirksregierung gab mit ihrem Planfeststellungsbeschluss vom 22. April dem Antrag zum Ausbau der dritten Baustufe der Kölner Nord-Süd Stadtbahn statt. Mit dieser letzten Ausbaustufe der Nord-Süd Stadtbahn erhalten die Stadtteile Bayenthal, Raderberg, Marienburg und Raderthal eine direkte Verbindung zur Innenstadt. Dies hatte die Stadt Köln am 22. Mai 2014 beantragt. Der Planfeststellungsbeschluss wird der Stadt Köln als Trägerin des Vorhabens und denjenigen, die Einwendungen oder Stellungnahmen zu dem Vorhaben eingebracht haben, zugestellt.

Die neue Linie beginnt an der Haltestelle Marktstraße und verläuft oberirdisch auf der Bonner Straße. In Höhe der Einmündung der Lindenallee ist die Endhaltestelle Arnoldshöhe geplant. Neben dem Neubau der zweigleisigen Stadtbahntrasse mit Rasengleis, Oberleitungen und vier Haltestellen sind die Umgestaltung der Bonner Straße und die Neuordnung der Kreuzung Marktstraße/Bonner Straße/Schönhauser Straße erforderlich. Für die neue Stadtbahn müssen 233 Bäume entlang der Bonner Straße, in der Marktstraße sowie der Schönhauser Straße weichen. Dafür pflanzt die Stadt 222 neue Bäume an diesen drei Straßen und weitere 162 Einzelbäume im Stadtgebiet Köln, so eine wichtige Auflage der Genehmigungsbehörde.

Massive Kritik gegen das Verkehrsvorhaben

Die Bezirksregierung Köln hat rund 130 Einwendungen und Stellungnahmen im Januar und November 2015 mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Fachbehörden erörtert. Dabei ging es insbesondere um die Verkehrsplanung, Lage der Endhaltstelle Arnoldshöhe, Kreuzungsbereich Bonner Straße/Marktstraße/ Schönhauser Straße, Umweltbelange, Lärmschutz sowie um eigentumsrechtliche Betroffenheiten, so die Behörde in der Zeughausstraße.

Sofern gegen den Beschluss keine Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht erhoben werden, können die Vorbereitungen für den Baubeginn fortgesetzt werden, hieß es dazu weiter. Schon seit längerer Zeit machen vor allem Anwohner Druck auf die Verantwortlichen. Mehrere Protestaktionen gab es bereits, zwischenzeitlich waren die Bäume entlang der Bonner Straße symbolisch mit einem Kreuz markiert worden. Fokus der Kritik aber ist die künstliche Verengung der Hauptstraße für den motorisierten Individualverkehr. Kritiker befürchten ein morgendliches Dauerchaos auf der Bonner Straße mit den sich daraus ergebenden Folgen, beispielsweise für die Gesunderhaltung.

Der Beschluss liegt mit den planfestgestellten Unterlagen von Montag, dem 9. Mai 2016 bis einschließlich Montag, dem 23. Mai 2016 bei der Stadtverwaltung Köln, Amt für Brücken und Stadtbahnbau, Stadthaus, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, Riegel C, 4. Etage, Zimmer Nr. 28 während der Dienststunden zur Einsichtnahme aus. Der Planfeststellungsbeschluss sowie die Planunterlagen sind ab sofort auch auf der Internetseite der Bezirksregierung Köln online unter: http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/verfahren/25_eisenbahn_planfeststellungsverfahren/index.html.

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