Adnet
Schaltplatz

NRW: Landesregierung will nach Unwetter schnell helfen

18. Juni 2014 | 08:30 | red

Schnell und unbürokratisch soll sie sein, die Hilfe für die vom Unwetter am Pfingstmontag betroffenen Kommunen. In einigen Städten dauerten die Räumungsarbeiten bis zum vergangenen Wochenende an. Nun hat sich auch das Kabinett der rot-grünen Landesregierung mit der Frage schneller, unbürokratischer Hilfe beschäftigt. Der Wille ist da, nun soll der Weg gefunden werden.

„Wir wollen den betroffenen Kommunen in NRW unter die Arme greifen. Die genaue Höhe des Hilfsfonds werden wir beschließen, sobald uns die Art und die Höhe der Schäden näher bekannt sind“, erklärte Innenminister Ralf Jäger nach der Kabinettsitzung in Düsseldorf.

Die Landesgelder der schnellen Hilfe sollen da eingesetzt werden, wo sie am dringendsten benötigt werden. Als Beispiele nannten die Verantwortlichen zum Beispiel die Reparatur der Straßenbeleuchtung. Auch die (Verkehrs-)Infrastruktur muss so schnell wie möglich ertüchtigt werden, das gilt insbesondere für die ÖPNV-Unternehmen und das davon betroffenen Schienennetz mit seinen stromführenden Oberleitungen.

Auch an mittelfristige Maßnahmen soll gedacht werden, zum Beispiel durch gezielte Aufforstungen besonders stark betroffener Waldgebiete und Grünstreifen. Die weiteren Einzelheiten der Hilfe und Förderprioritäten sollen nach der Schadensermittlung und einer Bestandsaufnahme durch die betroffenen Kommunen von Innenministerium, Umweltministerium und Finanzministerium festgelegt werden, hieß es dazu weiter.

Noch am Freitag dieser Woche soll es ein Gespräch zwischen Kommunalminister Jäger und den Oberbürgermeistern und Landräten der betroffenen Kommunen geben. Dabei geht es genau um diese Frage, wie das Ministerium versicherte. Jäger wird über das Ergebnis auch den Landtag in der Folgewoche informieren. Um einen schnellen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu erhalten, hatte das Innenministerium eine Abfrage bei allen 22 kreisfreien Städten und 31 Kreisen in NRW veranlasst. Schäden haben 17 Städte und 25 Kreise angezeigt. Die ersten Schätzungen der Schadenssumme liegen dabei zwischen 5000 und 61,3 Millionen Euro. Dabei sind allerdings auch „versicherte“ Schäden enthalten, so das Landesministerium abschließend. Der Gesamtschaden beläuft sich alleine im Regierungsbezirk Düsseldorf auf mindestens 2,7 Milliarden Euro.

Insgesamt, so die vorläufige Bilanz des Sommerunwetters, zählten die einzelnen Feuerwehrleitstellen mehr als 29.000 sturmbedingte Einsätze. Sechs Menschen kamen ums Leben, unter anderem drei in Düssseldorf und einer in Köln. Von den insgesamt 108 Verletzten gehörten 17 zu den Einsatzkräften. In der Fläche aber richtete die Unwetterfront nicht so großen Schaden an. Nach Schätzungen der Landesforstbehörde knickte das Unwetter gut 80.000 Festmeter Holz um. Zum Vergleich: Beim Sturmtief „Kyrill“ im Jahr 2007 waren es 15 Millionen Festmeter. Allerdings war der Schaden vor allem in den Metropolen der Rheinschiene (Düsseldorf mehr als Köln und Bonn) mitunter gravierend. In Köln wurden mehr als 200 Bäume gefällt, 20 davon im öffentlichen Straßenland.