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Paritätischer kritisiert Pläne für KiBiz 2

4. Juni 2014 | 18:50 | red

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die Planungen der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf zur Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) scharf kritisiert. Die Kindertagesstätten des Landes bleiben auch nach der Reform unter den nun diskutierten Bedingungen chronisch unterfnanziert. Insgesamt fällt das Fazit des Paritätischen durchaus differenziert aus.

Am heutigen Mittwoch wurde im Düsseldorfer Landtag die zweite Revision des KiBiz beschlossen. „Fachlich geht es mit KiBiz 2 zwar in die richtige Richtung, das zentrale Problem der Kitas aber bleibt ungelöst: Die Arbeit ist strukturell unterfinanziert“, betonte Hermann Zaum, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW.

Positiv sei aus Sicht des Wohlfahrtsverbandes die Verbesserungen bei der Sprachbildung und die stärkere Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Familien. Unter dem Dach des Paritätischen befinden sich rund 1250 Kindertagesstätten in NRW mit insgesamt 60.000 Betreuungsplätzen. Mit der zweiten Revision des KiBiz soll die frühkindliche Bildung „vom Kind aus gedacht“ werden. Außerdem soll der nach Meinung der Bildungsfachleute wenig aussagekräftige, zentrale Sprachtest „Delfin 4“ abgeschafft werden.

„Kinder können nun individueller und in den Kita-Alltag integriert gefördert werden“, lobt Martin Künstler, Fachgruppenleiter Kinder und Familie im Paritätischen NRW. Grundsätzlich aber bleibe die strukturelle Unterfinanzierung das Hauptproblem und es bleibt weiterhin ungelöst, trotz vieler Detailsverbesserungen. Die Grundfinanzierung der Kitas erfolgt über die Kind-Pauschalen und die steigen seit Jahren längst nicht in dem Umfang, in dem die Personal- und Sachkosten der Kitas steigen“, so der Kern der Kritik. Die Kosten für die Kita-Finanzierung haben derzeit eine Deckungslücke von rund einer halben Milliarde Euro pro Jahr.