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Bundesregierung schleift Paternoster-Verbot

Schilder mit neuem Gefahrenhinweis reichen aus

25. Juni 2015 | 09:30 | red
IHK_Zentrale_gr

In der IHK-Zentrale am Börsenplatz ist einer von 13 Paternostern in Köln im Betrieb. Auch hier gab es Kopfschütteln über die neue Betriebsverordnung. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Bundesregierung hat das umstrittene und vielkritisierte Verbot von Paternostern gekippt. Statt der strikten Lösung der begleiteten Nutzung sollen nun Hinweisschilder auf die besonderen Gefahren aufmerksam machen. Der bundesweite Protestaufschrei scheint auch in Berlin angekommen zu sein.

Es war schon ein denkwürdiges Vorhaben der Bundesregierung und ihrer zuständigen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Obwohl die Zahl der Unfälle mit Paternostern denkbar gering und die Praxis der Menschen mit diesen Aufzugen seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, eingeübt, hatte die Große Koalition in Berlin zum 1. Juni dieses Jahres eine Neufassung der entsprechenden Verordnung durchgeboxt. Sie sah spezielle Schulungen für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den entsprechenden Gebäuden mit Umlaufaufzügen vor, für Besucher sollten die Paternoster ganz gesperrt werden.

Es folgte ein bundesweiter Aufschrei des Unverständnisses, Kamerateams und Reporter schwärmten zu Dutzenden an jene Orte aus, wo die angeblich so gefährlichen Aufzüge tatsächlich in Betrieb sind. Kopfschütteln bei denen, die den Paternoster täglich oder zumindest regelmäßig benutzen. In der Kölner Industrie- und Handelskammer gibt es seit vielen Jahrzehnten einen Paternoster. Passiert ist bisher nichts, was das Unverständnis über den langen Arm des Bundesgesetzgebers nur größer macht.

13 dieser altertümlichen Aufzuganlagen gibt es derzeit noch in Köln. Der Paternoster im VHS-Studienhaus wurde im Rahmen der hier laufenden Umbauarbeiten indes durch eine moderne Aufzuganlage ersetzt. Mit der nun vorgelegten Änderung der Betriebssicherheitsverordnung ist die Verschärfung der Benutzung nun passé, und wie schon viele Jahrzehnte zuvor dürfen die Menschen nun wieder den Paternoster benutzen. Die neue Verordnung, die am gestrigen Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht wurde, muss nun noch vom Bundesrat bestätigt werden.

Lesen sie dazu auch den Kommentar der Redaktion.

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