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Landesweite Kampagne gegen Ablenkung am Steuer

Handy am Steuer eine häufige Unfallursache im Straßenverkehr

23. November 2016 | 13:00 | red
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Die Polizeibehörden wollen gegen Ablenkungen am Steuer vorgehen. Dazu beginnt nun eine landesweite Kampagne, unter anderem mit Cartoons. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am heutigen Mittwoch eine neue Kampagne vorgestellt. Dabei will Landesinnenminister Ralf Jäger Ablenkungen aller Art am Steuer den Kampf ansagen.

Wie das zuständige Ministerium am heutigen Mittwoch bekannt gab, stammen die Zeichnungen (Cartoons) vom bekannten Zeichner Oli Hilbring. Die werden in den kommenden Tagen an verschiedenen Punkten in Köln und Düsseldorf zu sehen sein. Im Visier hat der SPD-Politiker vor allem das Herumspielen am Smartphone unterbinden.

Wenn diese Seuche sich weiter ausbreitet, wird die Zahl der Verkehrstoten in den nächsten Jahren steigen. Keine Mail ist ein Menschenleben wert“, betonte der Innenminister. Immer häufiger ermitteln seine Beamten, dass bei Unfällen auch das Handy der Fahrzeuglenker überprüft wird. Und auch sonst gab es für die Polizei reichlich zu tun.

Im ersten Halbjahr 2016 ahndete die NRW-Polizei insgesamt 81.755 Handy-Verstöße. Das sind rund 20 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Verkehrsexperten schätzen, dass bei jedem zehnten Verkehrsunfall mit Verletzten Ablenkung die Unfallursache ist. Das Dunkelfeld dürfte deutlich höher sein, so die Befürchtung des Ministers. „Nach so einem Verkehrsunfall sagt ja keiner: Den Radfahrer hab ich nicht gesehen, war gerade auf Facebook“, so Jäger.

Trotz Humor ein ernstes Anliegen – Jäger fordert Verschärfung des Sanktionsrahmens

Ziel der Kampagne ist es, den Menschen auf humorvolle Weise die Gefahr zu vergegenwärtigen, der sie sich und andere aussetzen. Bei Tempo 50 beispielsweise legt ein Pkw 30 Meter in zwei Sekunden zurück. Der kurze Blick während der Fahrt kann schlimme Folgen haben. Jäger hatte sich erst kürzlich bei der Innenministerkonferenz für eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung eingesetzt.

Neben dem klassischen Smartphone oder auch Handy gehören auch andere elektronische Geräte wie E-Book-Reader oder Tablets zu den „Ablenkern“. „Die bestehenden Regelungen sind vom technischen Fortschritt überholt. Wir brauchen Vorschriften, die zeitgemäß formuliert sind“, so der Minister abschließend.

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