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Landeskampagne gegen religiösen Extremismus

„Wegweiser“ ist erfolgreich

29. Oktober 2014 | 13:00 | red
Das Präventionsprogramm „Wegweiser“ wird gut aufgenommen. Derzeit registrierten die drei Anlaufstellen mehr als 40 Anfragen pro Woche. Bild: BAMF

Das Präventionsprogramm „Wegweiser“ wird gut aufgenommen. Derzeit registrierten die drei Anlaufstellen mehr als 40 Anfragen pro Woche. Bild: BAMF

Am vergangenen Wochenende standen die Anhänger einer extremen Islam-Auslegung, Salafisten, auch ohne deren physisches Erscheinen im Fokus der Diskussionen. Entgegen vorheriger Ankündigungen ging es den in Köln versammelten Kritiern dieser (kleinen) Gruppe innerhalb des Islam aber weniger um eine kritische Aufarbeitung des Themas, als vielmehr um das Ausleben ihrer Gewaltorgien, allen Dolchstoßlegenden zum Trotz.

Die Landesregierung will der zuletzt und bundesweit gestiegenen Zahl der Anhänger dieser als gewaltbereit eingestuften Gruppe von muslimischen Fundamentalisten präventiv entgegen wirken. Schon ein halbes Jahr gibt es das Projekt „Wegweiser – gemeinsam gegen gewaltbereiten Salafismus“ und heute stellte der zuständige Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) die ersten positiven Ergebnisse in einem Zwischenfazit vor.

Demnach gibt es aus Sicht der Landesregierung tatsächlich erste Erfolge. Das Ziel des Präventionsprogrammes ist es, den Einstieg junger Menschen in diese Szene zu verhindern, also tätig zu werden, bevor verunsicherte Jugendliche auf die plumpen Parolen der religiösen Extremisten auf den Leim zu gehen. Das Interesse an dem Programm und die Beratung von Hilfe- und Ratsuchenden scheint gut angelaufen zu sein. Pro Woche, so berichtete Jäger in seiner heutigen Mitteilung, gebe es weit über 40 Anfragen in den Anlaufstellen des Vereins in Bochum, Düsseldorf und Bonn.

Der SPD-Politiker machte sich am heutigen Mittwoch selbst ein Bild, als er die Bochumer Anlaufstelle des Vereins IFAK e.V. besuchte. Hier beraten die Sozialarbeiter derzeit sechs Jugendliche, wie sie den (leeren) Verheißungen der Radikalen widerstehen können. Die Hilfe soll dabei „passgenau“ und „unmittelbar“ erfolgen. Häufig spielen berufliche Perspektiven oder schulische Probleme eine Rolle, hier setzen die Sozialarbeiter an, erläuterte der Minister.

„Wir haben genau den richtigen Weg eingeschlagen und werden diesen konsequent fortsetzen. Wegweiser ist als umfassendes Präventionsprojekt konzipiert. Es setzt früher an und wirkt breiter als jedes Aussteigerprogramm. Wegweiser nimmt die Ursachen in den Blick“, unterstrich Jäger die Bemühungen seines Ministeriums, auch von dieser Seite das Problem der zunehmenden Radikalisierung in den Griff zu bekommen.

Weitere Kommunen sollen im nächsten Jahr hinzukommen, versprach Jäger weiter. Nur so könne verhindert werden, dass sich immer mehr junge Menschen für die extreme und gewaltverherrlichende Auslegung der Weltreligion, die übersetzt schlicht „Friede“ heißt, begeistern und damit einfangen lassen. Bei aller medialer Präsenz darf aber auch nicht vergessen werden, dass der Salafismus und seine Anhänger nur eine verschwindend keline Minderheit innerhalb der Muslime sind. “Die große Mehrheit der hier lebenden muslimischen Menschen verurteilt den gewaltbereiten Salafismus“, so Jäger abschließend.

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