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'Kurve kriegen' in NRW

NRW-Präventionsprojekt expandiert in weitere Städte

2. November 2016 | 12:45 | red
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Das Präventionsprojekt „Kurve kriegen“ wird nun von zwölf auf 19 Standorte in NRW erweitert. Heute stellte Innenminister Ralf Jäger das neue Angebot in Essen vor. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Das landesweite Präventionsprojekt für minderjährige Kinder bis 15 Jahre mit Namen „Kurve kriegen“ wird weiter ausgeweitet. Die Zahl der teilnehmenden Städte steigt von zwölf auf nunmehr 19.

Wie das zuständige Landesinnenministerium am heutigen Mittwoch berichtete, gehört nun auch die Ruhrgebietsmetropole Essen zu den Standorten des Präventionsprojekts. Auch in Düsseldorf, Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen sowie in Paderborn wird es künftig Projekt-Standorte geben, kündigte der zuständige Landesinnenminister Ralf Jäger an.

Der SPD-Politiker stellte am heutigen Mittwoch in Essen einen der nun neuen Standorte vor. Träger dort ist die Arbeiterwohlfahrt. „Das Projekt wirkt frühzeitig und ganz gezielt Kinder- und Jugendkriminalität entgegen. Und es ist wirtschaftlich“, betonte der zuständige Innenminister weiter.

Zudem fand eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie heraus, dass 40 Prozent der Teilnehmer nicht mehr straffällig wurden, nachdem sie das Programm durchlaufen hatten. Jedem in „Kurve kriegen“ investierten Euro stehe ein Nettonutzen von bis zu zehn Euro in Form ersparter sozialen Folgekosten, zum Beispiel für Erziehungshilfe, Haft und Resozialisierung.

Minister Jäger nannte die vorgelegten Zahlen „eindrucksvoll“, auch wenn der Erfolg vor allem ein gesellschaftlicher ist. Pädagogische Fachkräfte arbeiten im Rahmen dieses Program direkt in den Polizeidienststellen gemeinsam mit den Beamten der Strafverfolgungsbehörden. Kritiker sprechen indes von dopelten Strukturen, arbeiten die Polizeipädagogen doch im gleichen Revier wie Streetworker und Sozialarbeiten in der Jugendhilfe. Diese kommunale Aufgabe wird jedoch als „freiwillig“ eingestuft und ist damit immer wieder von Einsparprogrammen betroffen.

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