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Landesinnenminister warnt vor Radikalisierung

NRW-Verfassungsschutz sieht Radikalisierung von Salafisten

3. August 2015 | 12:00 | red
Bild: Staatskanzlei NRW / Ralph Sondermann

Landesinnenminster Ralf Jäger warnt vor gewaltbereiten Salafisten. Deren Zahl habe sich im ersten Halbjahr 2015 weiter erhöht. Bild: Staatskanzlei NRW / Ralph Sondermann

Gewaltbereite Salafisten gehören derzeit zu den größten Bedrohungen des demokratischen Verfassungsstaates. Das zumindest ist die Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Vor allem radikale Salafisten stehen im Fokus der Ermittlungen.

Wie das Landesministerium am heutigen Montag in einer Pressemitteilung bekannt gab, scheinen die radikalen Anhänger des Salafismus gerade unter den Jüngeren immer mehr Zulauf zu finden. Alleine im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es nach Ansicht der Verfassungsschützer derzeit rund 2100 extremistische Salafisten.

Für viele der Anhängerinnen und Anhänger dieser extremistischen Splittergruppe bedeutet der „Heilige Krieg“ etwas sehr Fassbares, denn nicht wenige sind bereits in die Krisenregionen des Mittleren Ostens – insbesondere das türkisch-syrisch-irakische Grenzgebiet – gereist und haben hier aufseiten der Jihadisten mitgekämpft. Auch das weltumspannende Medium Internet trägt zur Radikalisierung bei, ermöglicht es doch eine Verbreitung von Propagandalügen in Echtzeut.

Für NRW-Innenminister Ralf Jäger liegen die Gründe für die Attraktivität der Salafisten „in der aggressiven und hochprofessionellen Propaganda des sogenannten ‚Islamischen Staates“. Junge Menschen würden so auch in Deutschland zur Gewaltbereitschaft und zu einem extremistischen Weltbild verführt. „Die bedrückenden Propagandabilder zeigen die grausame Realität: Jihadisten aus Deutschland begehen Gräueltaten und werden gleichzeitig als Kanonenfutter missbraucht“, so die heutige Warnung des NRW-Innenministers.

Der „Islamische Staat“ verfügt über einen Propaganda-Apparat, der über das Internet bis in die Kinder- und Jugendzimmer agiert. Er benutzt neueste Medienkanäle und teure Technik, um seine Selbstinszenierung zu den jungen Menschen zu bringen. Die Inhalte sind wenig demokratietauglich. Sie stattden die Gläubigen mit einem falschen Selbstbewusstsein aus und vermitteln dabei einen „weltfremden Stolz“, so Jäger weiter.

Die Landesregierung will mit einer Verstärkung der Aufklärungsaktivitäten zum Salafismus darauf reagieren. Dazu gibt es nun eine neue Broschüre mit dem Titel: „Extremistischer Salafismus als Jugendkultur – Sprache, Symbole und Style“. Die Ausführungen dort geben einen Einblick in das verdrehte Weltbild fanatischer Salafisten. Mit dieser Aufklärungsarbeit sollen junge Menschen gestärkt werden, auf dass sie weniger anfällig für die „Einflüsterungen salafistischer Prediger“ sind.

Aus NRW sind nach derzeitigen Erkenntnissen der Verfassungsschützer bereits mehr als 200 Personen in die Krisengebiete im Zweistromland gereist. Dort unterstützten diese Nachwuchskämpfer die dortigen Terrororganisationen, allen voran den „Islamischen Staat“. Die Broschüre des NRW-Verfassungsschutzes finden sie auch als pdf-Download im Internet unter dem Titel „Extremistischer Salafismus als Jugendkultur – Sprache, Symbole und Style“: http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/aktuelles.html.

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