Adnet
Schaltplatz
Razzien in NRW gegen Islamisten-Szene

Festnahme in Dinslaken und weitere Erkenntnisse

10. August 2016 | 16:30 | red
Die Autobahnpolizei musste einen Hund einfangen.  Bild: Archiv Köln Nachrichten

Gegen Radikale aus der Islamistenszene führten Polizeibehörden in fünf NRW-Städten Durchsuchungen vor. Ein Mann wurde wegen des Verdachts auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung festgenommen. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die nordrhein-westfälische Polizei ist am heutigen Mittwoch gegen Mitglieder der so genannten Islamisten-Szene vorgegangen. Unter anderem wurde ein mutmaßlicher IS-Unterstützer in einer Unterkunft in Dinslaken festgenommen.

Wie das Landesinnenministerium noch am gleichen Tag meldete, erstreckten sich die Durchsuchungen auf fünf Objekte. Neben einer Flüchtlingsunterkunft in Dinslaken durchsuchten die Beamten auch Wohnungen in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Tönisvorst. Hintergrund ist ein vom Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof geführtes Ermittlungsverfahren gegen drei mutmaßliche Unterstützer des so genannten Islamischen Staates.

Die mit der Razzia gewonnenen Erkenntnisse sollen nun ausgewertet werden. Landesinnenminister Ralf Jäger gab sich derweil kämpferisch. „Wer meint, hier unbehelligt hetzen und junge Männer für den bewaffneten Kampf in Syrien und im Irak rekrutieren zu können, liegt daneben. Unsere Sicherheitsbehörden tun alles in ihrer Macht stehende, um zu verhindern, dass die salafistischen Verführer Kinder und Jugendliche ihrer Gehirnwäsche unterziehen“, so der SPD-Politiker in seiner Stellungnahme nach der Razzia.

Die NRW-Strategie im Kampf gegen den extremistischen Salafismus stehe auf zwei Säulen: Repression und Prävention. Der Rechtsstaat müsse gegen Straftaten aus diesem Spektrum mit aller Härte vorgehen. Noch besser aber sei es, wenn es erst gar nicht dazu komme. „Deshalb setzen wir daneben auf Prävention. Klar ist aber auch: Weder das eine noch das andere wird zu hundertprozentiger Sicherheit führen. Freie Gesellschaften sind und bleiben verwundbar“, so Jäger weiter.

Ob mit der Aktion die Salafisten-Szene weiter „trockengelegt“ werde, bleibt indes abzuwarten. Salafisten gelten als besonders gewaltbereite Gläubige des Koran. Ihre Koran-Auslegung orientiert sich stark an den Stellen, an denen sich der Koran gegen „Ungläubige“ äußert. Die Zahl der Unterstützer dieser strengen Lesart des Islam beläuft sich auf weit über 1000. Die Zahl der tatsächlich gewaltbereiten Unterstützer dürfte zwar deutlich darunter liegen, dennoch gehört religiös motivierte Gewalt zu den Schwerpunkten polizeilicher und juristischer Strafverfolgung in diesem Bereich.

, , , , , , , , ,