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Kampf gegen Salafismus in NRW

Präventionsprogramm wird auch auf Köln ausgeweitet

25. Januar 2016 | 15:30 | red
Bild: Staatskanzlei NRW / Ralph Sondermann

Landesinnenminister Ralf Jäger eröffnete heute in Duisburg-Hamborn eine weitere „Wegweiser“-Beratungsstelle. Die Präventionsmaßnahme richtet sich gegen Salafisten. Bild: Staatskanzlei NRW / Ralph Sondermann

Das derzeit in fünf Großstädten angesiedelte Präventionsprogramm „Wegweiser“ soll ausgeweitet werden. Wie das nordrhein-westfälische Innenministerium am heutigen Montag bekannt gab, steht unter anderem auch der Aufbau einer Beratungsstelle in Köln auf der Agenda.

Doch zunächst eröffneten Landesinnenminister Ralf Jäger und Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link zusammen mit seinem Amtskollegen aus Dinslaken in der Ruhrgebietsstadt die neue Anlaufstelle, die auch für die Nachbargemeinde zuständig sein wird. Im Laufe dieses Jahres sollen weitere Beratungsstellen des Landesprogramms hinzukommen. Neben Duisburg-Dinslaken sind das die Großstädte Köln, Aachen, Essen, Mönchengladbach, Münster sowie die Region Ost-Westfalen-Lippe.

Das NRW-Präventionsprogramm „Wegweiser gegen gewaltbereiten Salafismus“ geht damit in die Fläche. Salafismus ist eine besonders extreme Lesart der Weltreligion Islam, die sich vor allem durch seine rigorose und politische Auslegung des Heiligen Buches darbietet. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Auseinandersetzungen rund um die kämpferisch-sunnitischen Anhänger gegeben.

Prävention schützt uns gegen den Terror von morgen. Wir wissen, dass dieser Weg richtig ist, und werden ihn konsequent fortsetzen“, betonte Jäger. Tatsächlich hat das bereits bestehende Netzwerk von Beratungsstellen in 2700 Fälle Hilfe geben können. Derzeit liegt die Zahl der Beratungen bei rund 50 pro Woche. Außerdem werden rund 90 Jugendliche an den bereits bestehenden Standorten „intensiv betreut“, um so deren weitere Radikalisierung zu stoppen.

Zum Programminhalt gehören praktische Hilfen bei schulischen Problemen oder der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz. Auch die beiden anwesenden Stadtoberhäupter sind von der Sinnhaftigkeit der Beratungsstelle überzeugt. „Die jüngsten Entwicklungen machen deutlich, wie wichtig Prävention ist, um den Einstieg junger Menschen in die salafistische Szene zu verhindern. Ich bin sehr froh darüber, dass die Beratungsstelle in Hamborn nun ihre Arbeit aufnehmen konnte“, so Duisburgs erster Bürger, Sören Link, abschließend.

Prävention ist aber nur ein Baustein im Kampf gegen religiöse Fundamentalisten wie es die Salafisten sind. Die Landesregierung will auf die Repression aber nicht verzichten, denn nicht alle religiös motivierten Eiferer lassen sich durch Sozialarbeit und Berufsorientierung von ihren radikalen Ansichten abbringen. Das Aussteigerprogramm selbst ist ein weiteres Steinchen im Mosaik der Gefahrenabwehr. Hier gab es bislang 50 Kontakte, von denen rund die Hälfte der Antragsteller inzwischen intensiv auf ihrem Weg raus aus der Szene begleitet werden, so die Landesregierung abschließend.

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