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Neubau der Autobahnbrücke bei Leverkusen

Planfeststellungsbeschluss für neue Rheinbrücke liegt aus

24. November 2016 | 16:30 | red
Regierungspräsidentin Gisela Walsken (r.) überreicht Leverkusens PB Uwe Richrath und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek den rund 1300 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss.  Bild: Bezirksregierung Köln

Regierungspräsidentin Gisela Walsken (r.) überreicht Leverkusens PB Uwe Richrath und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek den rund 1300 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss. Bild: Bezirksregierung Köln

Der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW hat die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss für den Bau der neuen Autobahnbrücke bei Leverkusen öffentlich gemacht. Die Unterlagen liegen seit dem heutigen Donnerstag zur Ansicht aus.

Die öffentliche Bekanntmachung gilt für die Städte Köln, Leverkusen und Monheim. Die in solchen Fragen zuständige Kölner Bezirksregierung hatten den Planfeststellungsbeschluss am 10. November dieses Jahres erlassen. Mit der Offenlage ist nun ein weiterer Meilenstein im ehrgeizigen Zeitplan der Landesplaner erreicht. Die Eile tut not, denn die existierende Brücke ist marode und schon seit Jahren für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen gesperrt. Um das durchzusetzen, hatte das Land zuletzt an den vier Zugängen zur Brücke Lkw-Sperranlagen eingerichtet.

Die Offenlage dauert genau zwei Wochen. Im Anschluss daran besteht noch eine einmonatige Einspruchsfrist, als letztes Rechtsmittel für die Kritiker steht dann nur noch der Gang zum Bundesverwaltungsgericht an. In der Zwischenzeit will der Landesbetrieb die Vorbereitungen jedoch mit Hochdruck vorantreiben. Straßen.NRW hatte schon die „sofortige Vollziehung“ des Planfeststellungsbeschlusses beantragt, die auch bewilligt wurde.

Erste Baumaßnahmen dürfen bereits umgesetzt werden

Nun kann unmittelbar mit so genannten vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden. So kann im Baufeld bereits umfangreicher Grünschnitt stattfinden, bis zum Baustart müssen noch Versorgungsleitungen verlegt werden. Weiterhin wollen die Verantwortlichen schnellstmöglich mit dem Bau von Regenrückhaltebecken beginnen. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung werden die eigentlichen Arbeiten für die neue Rheinbrücke jetzt öffentlich ausgeschrieben, kündigte die Landesbehörde an.

„Das Brückenbauprojekt im Zuge der A1 in Leverkusen ist eines der wichtigsten und dringlichsten Verkehrsinfrastrukturprojekte nicht nur für die Region, sondern für ganz Europa. Gleichzeitig nehmen wir die Sorgen und Ängste der direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und werden die Baumaßnahmen der Öffentlichkeit transparent vorstellen und begleiten. Ich hoffe, dass nach der Offenlage und der Unterrichtung der Öffentlichkeit alle Beteiligten sehr schnell die nächsten Schritte in Angriff nehmen können, damit ohne allzu große Verzögerung der Baubeginn ermöglicht werden kann“, erklärte Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Bauarbeiten für erste Brücke beginnen im Frühjahr 2017

Die Arbeiten finden zunächst außerhalb des öffentlichen Straßenraums statt. So werden die Autofahrer davon zunächst wenig mitbekommen. Nach dem vorgesehenen Baubeginn im Frühjahr 2017 finden die Arbeiten im untergeordneten Straßennetz statt. Frühestens ab Herbst 2017 ist mit ersten Einschränkungen insbesondere im Autobahnkreuz Leverkusen-West zu rechnen. Dort werden ab dann unter anderem die Verbindungen der A59 zur A1 neu hergestellt, so der Plan.

Die neue Rheinquerung besteht aus zwei Brücken: Bis voraussichtlich 2020 wird parallel zur alten Brücke die erste neue Rheinbrücke entstehen. Sobald diese fertig ist, nimmt sie den gesamten Verkehr der A1 auf und LKW sowie andere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen können die Strecke wieder benutzen. Dann wird die alte Brücke abgerissen und an derselben Stelle entsteht eine weitere Brücke. Nach Fertigstellung der zweiten Rheinbrücke verläuft der Verkehr in jeder Fahrtrichtung auf einer eigenen Brücke. Durch die Beschleunigungs- und Verzögerungsspuren des Autobahnkreuzes Leverkusen-West und der Anschlussstelle Köln-Niehl stehen dem Verkehr später vier durchgängige Fahrstreifen und jeweils zwei Auf- bzw. Abfahrtsspuren pro Richtung zur Verfügung. Bis 2023 soll auch diese zweite Brücke fertiggestellt sein.

Die Gesamtkosten für die neue Rheinquerung mit acht Fahrstreifen sind mit 740 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten sind der komplette Ausbau auf vier durchgängige Fahrstreifen von Köln-Niehl bis Leverkusen-West, die neue Rheinquerung sowie Kosten für den Eingriff in die Altablagerung Dhünnaue. Ebenfalls enthalten sind die Kosten für den aktiven und passiven Lärmschutz entlang der Strecke, hieß es dazu abschließend.

Weitere Informationen zum Großbauvorhaben am nördlichen Kölner Autobahnring finden sie auch im Internet unter: http://a-bei-lev.nrw.de/. Den vollständigen Planfeststellungsbeschluss können Sie auch als pdf-Dokument herunterladen unter: http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/verfahren/25_strasse_planfeststellungsverfahren/autobahn1_ak_leverkusen/beschluss.pdf.

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